Vorteile der vertikalen Nachverdichtung

Weniger versiegelte Flächen und ein energetisch optimierter Gebäudebestand

Der wachsende Flächenverbrauch kann zu enormen Schäden für Umwelt und Klima führen. Es werden wertvolle Ackerböden erschlossen, ländliche Gebiete zersiedelt und Landschaftsräume zerschnitten, die wichtig für unsere Tier- und Pflanzenwelt sind. Mehr versiegelte Flächen begünstigen außerdem Überschwemmungen und können vor allem in bereits stark bebauten Gebieten zu sogenannten Hitzeinseln führen. Die Entstehung dieser klimatischen Phänomene lässt sich darauf zurückführen, dass die versiegelten Bodenflächen und die Gebäudemassen sich im Sommer schnell und langanhaltend aufheizen, was zu einer Erhöhung der Stickoxid- und CO2-Belastung sowie der Temperaturen führt und die Entstehung von Hitzeinseln fördert.

Baukostenvergleich Ausfstockung vs. Neubau

Bei Dachaufstockungen als Art der Nachverdichtung besteht der große Vorteil, dass keine neuen Baugebiete erschlossen werden müssen. Stattdessen können bereits versiegelte Flächen und Bestandsgebäude effizienter genutzt werden. Dabei kann zum einen die bestehende Infrastruktur und Erschließung, also Straßen, Strom-, Wasser- und Telefonleitungen usw., zum anderen die vorhandene institutionelle Infrastruktur, also Schulen, Einkaufsmöglichkeit etc. für die neuen Wohneinheiten genutzt werden. Dabei ist zu beachten, dass bei zunehmender Dichte der spezifische Erschließungsaufwand pro Kopf, also die Pro-Kopf-Kosten und -Flächen für die stadttechnische Ver- und Entsorgung, sinkt.

Energetische Sanierung des Bestands

Da Aufstockungen grundsätzlich als Neubauten gelten, müssen aktuelle Wärmedämm-Anforderungen erfüllt werden. Das hat positive Auswirkungen auf den Energiebedarf der Alt-Geschosse: Konkret kann dieser durch Aufstockungen um bis zu vierzig Prozent gesenkt werden. Sofern die neuen Räume nicht durch ein eigenes Heizsystem versorgt werden, muss die vorhandene Heizungsanlage dem höheren Bedarf angepasst oder direkt durch effizientere und nachhaltigere Systeme ersetzt werden. Eine Aufstockung samt Sanierung des Bestands ist damit zwar kurzfristig teurer als eine reine Wohnflächenerweiterung, bringt aber positive langfristige Auswirkungen mit sich: Die Nebenkosten für das gesamte Gebäude sinken, vor allem wenn die Fenster erneuert werden, der Wohnkomfort steigt und das Gebäude ist energietechnisch zukunftsfähig. Entsprechende Investitionen werden außerdem in der Regel durch Förderprogramme des Bundes, über die KfW Förderbank oder das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle unterstützt.

Durch die Einbeziehung bestehender Dächer oder etwa Brandwände können zudem Baumaterial und Bauzeit gespart und in der Folge die Baukosten gesenkt werden. Grundsätzlich ist der Erwerb eines Grundstücks für eine Aufstockung im Verhältnis zu einem Baugrund für Neubauten deutlich günstiger. Außerdem ist neuer Wohnraum auf dem Dach aufgrund des Ausblicks sowie der Frischluft- und Tageslichtzufuhr sehr attraktiv.

Vorteilhaft ist überdies, dass während der Bauphase einer Aufstockung die Bestandswohnungen weiterhin bewohnt werden können. Die Bauzeit ist, besonders bei Leichtbauaufstockungen, verhältnismäßig kurz und die Änderungen am Bestand in der Regel relativ gering, sodass sich die Störung durch Baulärm auf ein Minimum beschränkt. Deckendurchbrüche für eine eventuelle Geschosstreppe und die Haustechnik erfolgen dabei erst, wenn die Außenhülle intakt ist. -si

Fachwissen zum Thema

Wenn die vorhandene Bausubstanz die konstruktiven und statischen Voraussetzungen für eine massive Aufstockung erfüllt, ist diese aus bauphysikalischen und Verformungsgründen der Leichtbauweise vorzuziehen.

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Aufstockungen

Bauliche Varianten von Aufstockungen

Die Anforderungen an den bauliche Brandschutz sind abhängig von der Nutzung des Gebäudes sowie der Gebäudehöhe und Größe der Nutzungseinheiten und werden in den aktuellen Landesbauordnungen über die Gebäudeklassen definiert. Im Bild der Werkhof L.57 in Berlin-Moabit.

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Aufstockungen

Voraussetzungen am Bestand für Aufstockungen

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