Vorbeugender chemischer Holzschutz

Regelwerke, Arten und Einbringungsverfahren

Chemische Holzschutzmittel enthalten immer noch gesundheitsgefährdende biozide Wirkstoffe. Ein chemischer Holzschutz sollte nur in begründeten Einzelfällen durchgeführt werden, wenn andere Maßnahmen nicht greifen. Gemäß der Normenreihe DIN 68800: Holzschutz haben bauliche Maßnahmen grundsätzlich Vorrang. Zusätzliche chemische Schutzmaßnahmen sind in Erwägung zu ziehen, wenn die Einbausituation das erforderlich macht und die natürliche Dauerhaftigkeit des Holzes nicht ausreicht.

Welche Art von Holzschutzmittel eingesetzt wird, hängt von der Gebrauchsklasse (GK) gemäß DIN 68800-1: Holzschutz: Allgemeines und einer möglichen Feuchtebelastung bzw. potenziellen Gefährdung durch Schadinsekten oder Pilzbefall ab. Holzschutzmittel sind biozide Substanzen, die nur mit einer Zulassung auf den europäischen Markt gebracht und verwendet werden dürfen (s. a. Surftipps). Dies kann eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung sein, oder aber eine Zulassung nach der Biozid-Produkte-Verordnung bzw. dem Chemikaliengesetz. Die Anwendung von Holzschutzmitteln sollte nur durch Fachbetriebe erfolgen.     

Arten und Einbringungsverfahren
Chemische Holzschutzmittel bestehen hauptsächlich aus wasserlöslichen (Salzen) und öligen Mitteln, Öl-Salz-Gemischen und Emulsionen. Unterschieden werden die verschiedenen Einbringungsarten wie Streichen, Tauchen und Tränkung. Je nach Eindringtiefe erhalten Holzbauteile durch diese Maßnahmen Decken-, Rand-, Tiefen- oder Vollschutz. In DIN 68800-3: Holzschutz – Vorbeugender Schutz von Holz mit Holzschutzmitteln sind Einbringverfahren und Wirksamkeit der Mittel näher erläutert. Holzschutzmittel müssen Hinweise zur Verarbeitung tragen.

Anders geregelt ist der Einsatz von chemisch und/oder thermisch modifiziertem Holz (Kürzel: CMT und TMT). Mittlerweile gibt es eine Vielzahl solcher Produkte, die unterschiedliche Qualitäten aufweisen und auf bestimmte Einsatzbereiche begrenzt sind. Mit ihnen befasst sich Anhang A (informativ): Thermische oder chemische Modifizierung zum Schutz des Holzes der DIN 68800-1.

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