Von der Skizze zum Prompt

Entwicklung und heutiger Stand der Architekturvisualisierung

Architekt*innen kommunizieren ihre Ideen mit Bildern, seien es Pläne, Skizzen oder fotorealisitische Perspektiven. Das ist besonders in der Kommunikation mit Bauherr*innen von großer Bedeutung. Insbesondere fotorealistische Visualisierungen machen aus abstrakten Ideen konkrete Vorschläge, allerdings benötigen diese einiges an technischen und zeitlichen Ressourcen.

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Wie eine Teekanne die Architekturvisualisierung revolutionierte 

Obwohl sich einige Architekt*innen bis heute auf Skizzen und handgezeichnete Perspektiven verlassen, liegt die Einführung der dreidimensionalen Animation und Darstellung schon einige Zeit zurück. Bereits in den Siebzigerjahren kam es mit der Sutherlandischen Modellierungssoftware Sketchpad zur Revolution der Kommunikationsmittel für Künstler*innen und Architekt*innen. Das legte den Grundstein für einen rapiden Fortschritt in der Softwareentwicklung. Es entstanden ikonische Referenzmodelle wie Martin Newells Utah teapot.

In den Achtzigerjahren erschienen erstmals Blobbymodelle und Texture-Mapping-Konzepte, die u.a. in der Architekturpraxis für große Fortschritte bei der computergestützten Visualisierung sorgten. Zaha Hadids Entwurf The Peak von 1983 demonstriert, wie stark die Entwicklung technischer Werkzeuge für die dreidimensionale Animation und Visualisierung die architektonische Planung jener Zeit beeinflusste. In den Neunzigerjahren stellten führende Softwareanbieter wie Autodesk 3D-Visualisierungs- und Simulationsprogramme, etwa 3Ds Max, vor und legten so den Grundstein für die moderne Architekturdarstellung.

Heute sind fotorealistische Darstellungen nicht mehr wegzudenken. Trotz der steigenden Komplexität von Bauwerken sorgen der kompetitive Markt und öffentlich zugängliche Visualisierungsanwendungen für zunehmend unrealistische Vorstellungen seitens der Auftraggebenden. Ansprüche und Erwartungen an Planende wachsen exponentiell. Dabei zählen Visualisierungen zu den zeitaufwändigsten und am niedrigsten vergüteten Leistungen eines Gestaltenden. Hochwertige Renderings erfordern nicht nur spezialisierte Softwares und leistungsstarke Grafik-Engines, sondern auch Zeit und die entsprechenden Fähigkeiten. Aus diesem Grund lagerten Planungsbüros diese lange Zeit an externe Dienstleistende, etwa 3-D-Artisten, aus. 

Echtzeit-Renderer und KI-Anwendungen

Mit Einführung und zunehmenden Bekanntheit von Echtzeit-Renderer-Programmen, wie Blender, Enscape, Lumion oder Twinmotion, erlebte die visuelle Kommunikation von Entwürfen in der Architekturpraxis eine erneute Zäsur. Die ursprünglich aus der Film- und Spieleindustrie stammenden Technologien der Programmanwendungen vereinfachten den Prozess der Bilderstellung enorm und bieten Nutzer*innen einen spielerischen Rahmen für die Bild- und Videoerstellung. Dies gelingt vor allem mithilfe von integrierten Materialdatenbanken, Licht- und Wettersimulationen sowie 3-D-Mapping. Trotz der erheblichen Beschleunigung des Bearbeitungsprozesses steckt ein großer Teil der Arbeit jedoch weiterhin im Ausmerzen von Details – für korrigierende Eingriffe und den Feinschliff werden die Renderings häufig in externen Bildbearbeitungsprogrammen angepasst, wodurch weitere Arbeitsschritte und somit Kosten anfallen. 

Die Entwicklung Künstlicher Intelligenz hat das Potenzial, diesem Zeit- und Kostenaufwand ein Ende zu setzen. Viele der etablierten Programme arbeiten mittlerweile mit KI-Add-ons und vereinfachen die Bearbeitung drastisch ohne umfängliche Einarbeitung. Bislang ist es allerdings für Nutzer*innen nicht immer einfach, das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Das liegt hauptsächlich daran, dass es in der Regel nicht möglich ist, das Ergebnis manuell zu bearbeiten, sondern dies nur durch präzise Prompts machbar ist – häufig kommt es dabei aber zu „Missverständnissen“ zwischen KI und Mensch. 

Einen grundsätzlich anderen Ansatz verfolgen Anwendungen, die statt eines Gestaltungsprogramms die Künstliche Intelligenz als Basis einsetzen und so die Anwendungsmethode grundlegend neu denken. So gelingt es einigen KI-Tools, Skizzen und bestehende 3D-Modelle in fotorealistische Visualisierungen umzuwandeln, aber auch die Nachbearbeitung als interaktiven Baustein in die Anwendung einzusetzen. 

Urheberrecht und Datenschutz

Wie bei den meisten KI-Anwendungen sind urheberrechtliche Fragen noch größtenteils ungeklärt. Wichtig ist die Kenntlichmachung der KI-Nutzung. Trotzdem sind die langfristigen Potenziale für die Bildgenerierung mit Künstlicher Intelligenz vielversprechend. Neben CAD und BIM werden sie künftig eine maßgebliche Rolle in der Kommunikation von Architekturschaffenden spielen.  

Welche Tools es speziell für Architekturschaffende gibt, lesen sie im Fachwissenbeitrag (siehe Fachwissen zum Thema).

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Im Bauwesen kommen digitale Tools bei Besprechungen, in der allgemeinen Kommunikation und der Zusammenarbeit immer häufiger zum Einsatz.

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