Vom seriellen Plattenbau zur komplexen Großsiedlung

Vom seriellen Plattenbau zur komplexen Großsiedlung

Philipp Meuser (Hrsg.)

Industrieller Wohnungsbau in der DDR 1953–1990
DOM Publishers, Berlin 2022
2 Bände, 368 und 368 Seiten, 950 Abbildungen
gebunden, 21 x 23 cm

Preis: 78 EUR

ISBN 978-3-86922-859-4 (Band 1 und 2)

Zu sehen sind Aufnahmen aus der Produktion, beispielsweise ausländische Gäste, die dem Verladen einer Querwandplatte im Großplattenwerk Hoyerswerda zuschauen. An anderer Stelle dokumentieren die Fotos die Urbanisierungsprozesse und städtischen Transformationen, wie etwa im ostthüringischen Dorf Alt-Lusan, in dem die Plattenbauten immer dichter an die Fachwerkhäuser heranrückten. Solche einprägsamen Archivbilder sind neben Karten, Grundrissen und Spreng-Axonometrien Teil der Geschichten, die die Autorinnen und Autoren in ihrem Buch Vom seriellen Plattenbau zur komplexen Großsiedlung. Industrieller Wohnungsbau in der DDR 1953 –1990 erzählen. Darin geht es um Betongebäude in Ostdeutschland, in denen noch heute hunderttausende Menschen leben.

Mitgeschrieben haben Jörg Blobelt, Jörn Düwel, Wolf-Rüdiger Eisentraut, Florian Heilmeyer, Uta Keil, Mathias Körner, Christoph Liepach, Juliane Richter, Björn Rosen, Oliver Werner, Anselm Weyer und der Herausgeber Philipp Meuser. In gleich zwei Bänden versucht das Team aus Journalistinnen und Journalisten, Historikern und Architekten einen Überblick zu geben über politische Entscheidungen und Ereignisse im Zusammenhang mit den Wohnbauprogrammen der DDR, die Typenvielfalt der Plattenbauten und die Auswirkungen auf die Städte und den Wohnalltag. Maurizio Camagna trug ein Fotoessay bei, das die Bauten im heutigen Gebrauch zeigt.

Im ersten Band stehen die politischen und technischen Bedingungen für die industrielle Bauteilproduktion im Vordergrund sowie die äußere und innere Gestaltung der Gebäude. Dazu gehören Grundrisse und Steckbriefe der Wohnungsbauserien mit Angaben zu federführenden Institutionen und Architektinnen und Architekten der Projekte, ebenso zu den beteiligten Betrieben, Konstruktionsarten, Geschosszahlen, Produktionszeiträumen und zu den Städten, in denen sie errichtet wurden.

Im zweiten Band werden die Gebäude in Zusammenhang mit den Urbanisierungs- und Stadtumbauprogrammen in der DDR betrachtet. Es geht um Eisenhüttenstadt und Hoyerswerda, Großsiedlungen in Berlin-Marzahn, Rostock, Gera-Lusan und Dresden-Neu Grobitz und um die sogenannten Ersatzneubauten in den Innenstädten von Berlin, Leipzig, Dresden, Rostock, Bernau, Halle und Dessau.

Aus dem Inhalt:

Band 1

  • Industrieller Wohnungsbau in der DDR
  • Politik mit Platten
  • Baubezogene Kunst in der DDR
  • Vier Generationen des seriellen Wohnungsbaus
  • Typenreihen und Typenserien
Band 2
  • Komplexer Wohnungsbau in der DDR
  • Planung und Bau neuer Städte
  • Großsiedlungen am Stadtrand
  • Ersatzneubauten in der Innenstadt
Das Buch ist für alle jene interessant, die eintauchen möchten in die Geschichte des großangelegten, industrialisierten DDR-Wohnungsbaus und die zusammenhängenden gestalterischen und sozialen Paradigmen. Die Schlaglichter auf Bauplätze und Städte mag ein Grundstein sein für eine weitergehende Betrachtung der Bauten über die 1990er-Jahre hinaus.

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