Villa minimale in Wien
Quadrate und Kreise im Kleingarten
In einer Kleingartensiedlung am nordwestlichen Stadtrand von Wien befindet sich ein villenartiges Kleingartenhaus in Holzbauweise, idyllisch zwischen einem Waldgebiet und einem Bach gelegen. Dem Wiener Architekten Clemens Kirsch ist es gelungen, auf einer Grundfläche von 35 Quadratmetern ein großzügiges und außergewöhnliches Wochenenddomizil für eine vierköpfige Familie zu gestalten. Die Villa Minimale ist Rückzugsort und Treffpunkt der Familie.
Grundriss basiert auf geometrischen Grundformen
Inspiriert durch Palladios „Villa Rotonda” bei Vicenza, deren Grundriss auf geometrischen Formen basiert, und Schindlers „Kings Road House” in Kalifornien, das sich durch einen offen gestalteten Grundriss auszeichnet, entwarf der Architekt ein reduziertes Bauwerk mit Versprüngen in der Kubatur. Der zentrale, quadratische Raum ist windmühlenartig um vier Anbauten erweitert, die jeweils ein Viertel der zentralen Grundfläche umfassen. Das Haus hat zwei Geschosse und ist fünf Meter hoch.
Luftraum schafft Großzügigkeit
Erschlossen wird das Wochenendhaus im Nordwesten. Das Erdgeschoss ist als offener Wohnbereich mit dem Essplatz als Herzstück konzipiert. In den Anbauten ist Platz für die Küche, das Bad, einen Sitzbereich und den Treppenaufgang. Rhythmisch angeordnete Fenster und Schiebetüren schaffen einen Bezug zur Umgebung. Ein kreisrunder Deckenausschnitt mit Galerie verbindet das Erd- und Obergeschoss. Schlafbereiche befinden sich in drei Flügeln im Obergeschoss – dort sorgen große Oberlichter für schöne Ausblicke in den Himmel. Zusätzlich gelangt Tageslicht durch kreisförmige Fenster um die Galerie ins Zentrum der Villa minimale.
Tragwerk als Holzfertigteilkonstruktion
Das Kleingartenhaus ist als massive Holzkonstruktion aus
Brettsperrholz-Elementen (BSP) mit hohem Vorfertigungsgrad
ausgeführt. Die Holzkonstruktion steht auf einer massiven
Bodenplatte aus Beton. Für die hinterlüftete Fassadenschalung kam
heimisches Lärchenholz zum Einsatz. Das mehrfach gefaltete Pultdach ist
mit Kupferblech eingedeckt. Die Decken- und Wandflächen im
Innenraum sind mit Sperrholzplatten aus weiß lasiertem
Seekiefernholz ausgestattet. Dunkelgraue Natursteinfliesen am Boden
bilden einen Kontrast zu den hell lasierten Holzoberflächen. Auch
die Möbel sind überwiegend aus Holz gefertigt. Das Holz wirkt
temperatur- und feuchteausgleichend, es wirkt sich also günstig auf
das Raumklima aus.
Bautafel
Architektur: clemens kirsch architektur, Wien
Projektbeteiligte: Clemens Kirsch, Sarah Raiger, Werner Scheuringer, Haiyeon Kim (Projektteam); KLH Massivholz, Teufenbach-Katsch, Österreich (Holzbau)
Bauherr/in: Privat
Fertigstellung: 2021
Standort: Wien
Bildnachweis: © Hertha Hurnaus, Wien
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