Urban Mining
Urban Mining bezeichnet die Rückgewinnung und Wiederverwendung von Rohstoffen aus dem bereits gebauten Bestand. Gebäude, Infrastrukturen und andere langlebige Güter werden dabei als Materiallager betrachtet, aus denen Baustoffe und Bauteile nach dem Ende ihrer bisherigen Nutzung erneut in Stoffkreisläufe überführt werden können.
Im Bauwesen betrifft das beispielsweise Metalle, mineralische Baustoffe, Holz, Glas oder Kunststoffe. Neben dem Recycling von Materialien gewinnt auch die direkte Wiederverwendung ganzer Bauteile an Bedeutung. Voraussetzung dafür sind unter anderem Kenntnisse über verbaute Materialien, ihre Eigenschaften und mögliche Schadstoffbelastungen sowie eine möglichst sortenreine Trennbarkeit.
Urban Mining soll den Bedarf an neu gewonnenen Primärrohstoffen reduzieren und zugleich Abfallmengen verringern. Besonders der Gebäudebestand spielt dabei eine wichtige Rolle, da in ihm große Mengen an Rohstoffen langfristig gebunden sind. Materialkataster und digitale Gebäudedokumentationen können helfen, diese Ressourcen zu erfassen und für eine spätere Wiederverwendung verfügbar zu machen.
Anders als Recycling bezeichnet Urban Mining nicht
ein bestimmtes Verwertungsverfahren, sondern die Erschließung des
anthropogenen Materiallagers als Rohstoffquelle.
Wiederverwendung und Recycling sind mögliche Wege,
die daraus gewonnenen Bauteile und Materialien weiterzunutzen.
Zirkuläres Bauen ist wiederum der übergeordnete Ansatz,
Materialien möglichst lange in geschlossenen Kreisläufen zu führen
und bereits bei Planung und Konstruktion ihre spätere
Wiederverwendung oder Verwertung mitzudenken.
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