Unterirdischer Großwärmespeicher in Wien geplant

Pilotanlage mit 40.000 m³

Die Stadt Wien möchte bis 2040 klimaneutral werden und setzt dabei unter anderem auf Wärmequellen wie Tiefengeothermie oder Abwärme aus Industrie- und Kläranlagen, um damit Großwärmepumpen zu betreiben (wir berichteten über eine Großwärmepumpe im 11. Bezirk). Die Verfügbarkeit dieser Wärmequellen ist zwar gut, unterliegt jedoch tages- und jahreszeitlichen Schwankungen, die nicht immer mit dem Wärmebedarf zusammenfallen. Deshalb untersucht der Energieversorger Wien Energie eine großskalige und resiliente Speicherlösung für Wärme. Der unterirdische Wärmespeicher ScaleUp soll ein Volumen von rund 40.000 m³ haben und nahezu unsichtbar bleiben.

Das Forschungsprojekt ist vom Prinzip der Erdbeckenspeicherung inspiriert und soll dieses Konzept auf den urbanen Raum übertragen. Dabei geht es darum, Lösungen für lokale Herausforderungen wie die geologischen Bedingungen und die Flächenverfügbarkeit zu entwickeln. Untersucht wurden die langfristige Effizienz und Umweltverträglichkeit des Speichersystems. Um Wärmeverluste zu minimieren und den Boden sowie das Grundwasser vor thermischen Einflüssen zu schützen, wurden verschiedene Dämmmaterialien und Wandstrukturen mithilfe von Simulationen und Labortests analysiert.

Darüber hinaus wurden verschiedene Konzepte zur Integration des unterirdischen Wärmespeichers (Underground Thermal Energy Storage, UTES) in das Wiener Fernwärmenetz anhand unterschiedlicher Betriebsfälle simuliert und bewertet. Abschließend wurde der Entwurf des Speichers weiter konkretisiert und ein umfassendes Monitoringkonzept entwickelt. Das Institut für Nachhaltige Technologien (AEE INTEC), das seit 1988 nachhaltige Technologien auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene erforscht, entwickelt und umsetzt, leistete insbesondere Beiträge zur Analyse der Integrationskonzepte und zur Entwicklung des Monitoringkonzepts.

Pilotanlage in Planung

Als Ergebnis des Forschungsprojekts liegt nun das Konzept für eine Pilotanlage vor, die auf dem Gelände des Kraftwerks Donaustadt im 22. Wiener Bezirk entstehen soll. Die geplante Anlage soll ein Speichervolumen von rund 40.000 m³ haben und so gestaltet sein, dass ihre Auswirkungen auf das Stadtbild möglichst gering bleiben. Dazu soll die Fläche über dem Speicher weiterhin anderweitig nutzbar sein, beispielsweise als Grünfläche. Die Pilotanlage soll zudem als Testumgebung für technische Innovationen, Betriebsstrategien und Umweltschutzmaßnahmen dienen.

Gefördert wird das Projekt vom Klima- und Energiefonds, der Europäischen Union und der Europäischen Investitionsbank (EIB). Das Green Energy Lab begleitet es im Rahmen der „Vorzeigeregion Energie“. Die Inbetriebnahme ist für 2029 geplant.

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