Umbau des Lükinghofes bei Gütersloh

Wandheizung für ein behagliches Raumklima

Nach den Umbaumaßnahmen ist nicht mehr zu erkennen, dass es sich bei dem Backsteingebäude um ein ehemaliges Stallgebäude handelt. Das ursprünglich als Schweinehaus genutzte Objekt aus dem Jahr 1882 fügt sich in das im westfälischen Baustil errichtete Ensemble des Lückinghofes ein. Der Umbau und die Sanierung erfolgten nicht nur in einem kostenbewussten Rahmen, viel Wert wurde auch auf die Ausführung der Details gelegt. So sind u.a. die Bauteilfugen, Anschlüsse und Oberflächen sehr exakt ausgeführt worden.

Grundriss Erdgeschoss
Einbau der Wandflächenheizung
Lichte Räume im Innern

Der alte Lehmboden mit Klinkerbelag wurde ausgehoben und durch eine neue Betonplatte aus Ortbeton ersetzt, die komplett abgeklebt wurde. Darauf wurden neue Innenwände aus Kalksandstein gemauert. Die im Bestand unveränderten Außenwände wurden innen gedämmt und mit einem für diffusionsoffenen Wandaufbau vorgesehenen Strohlehm versehen, der auch zur Egalisierung der Mauerunebenheiten dient.

Die alten Eisenfenster wurden äußerlich nicht verändert und dienen jetzt als Wetterschale. Zusätzlich wurden in die Dämmebene gegen die Laibung innen weiße Holzfenster mit Isolierverglasung in den originalen Fensterteilungen eingesetzt, so dass es sich jetzt um Kastenfenster handelt. Als Fußbodenbelag wurden Eichendielen verlegt, das Dach ist mit Falzziegeln neu gedeckt.

Heizung
Die Grundheizung wurde in Form einer Bauteilheizung als Wandflächenheizung ausgeführt. Die mit Strohlehm versehenen Außenwände erhielten als zweite Schicht eine 4 cm dicke Weichfaserplatte, die fugenlos ohne Trenn- oder Luftschicht auf den feuchten Lehm gedrückt wurde. So kann auftretende Feuchtigkeit direkt weitergeleitet werden. Auf die Weichfaserplatten wurden 4 mm dicke Sperrholzplatten als Dampfbremse und darauf eine zweite Lage 4 cm dicker Weichfaserplatten aufgebracht. Dieser fugenlose Aufbau unterbindet weitgehend eine Tauwasserbildung, die bei Innendämmungen stets ein Problem darstellt.

Auf diesem Wandaufbau wurden in Teilabschnitten die Rohre der Wandflächenheizung verlegt, die mit den übrigen Innenflächen der Außenwände zweilagig mit Lehm verputzt wurden. Zusätzlich kann mit einem erhalten gebliebenen Kamin im Wohnbereich individuell nachgeheizt werden.

Bautafel

Architekten: shs-architekten, Detmold
Projektbeteiligte: Ingenieurbüro U. Hoffmann, Vlotho (Statik/Energiebedarf); Kusch & Seidel, Steinhagen (Heizung, Sanitär)
Bauherr: Dr. Matthias Lindner, Bielefeld
Fertigstellung: 2005
Standort: Gütersloh
Bildnachweis: shs-architekten, Detmold

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