Überblick zur Niedrigwassersituation in Deutschland

Über das Niedrigwasserinformationssystem (NIWIS)

Hitzewellen und Dürreperioden setzten unseren natürlichen Wasserhaushalt und Ökosysteme unter Druck: Sinkende Pegelstände in Flüssen und Grundwasser sowie ausgetrocknete Böden sind die Folge. Anders als Hochwasser entwickelt sich Niedrigwasser oft langsam, hält über Wochen oder Monate an und betrifft ganze Regionen. Die Auswirkungen sind weitreichend und führen von weniger bis keinem Schiffsverkehr auf Flüssen und unterbrochenen Lieferketten über weniger Kühlwasser für Industrie und Kraftwerke bis hin zu Ernteausfällen in der Landwirtschaft und einer eingeschränkten Trinkwasserversorgung. Die neue Plattform Niedrigwasserinformationssystem (NIWIS) bietet nun einen zuverlässigen Überblick über die aktuelle Niedrigwassersituation in ganz Deutschland – eine wichtige Grundlage, um entsprechende Vorsorgemaßnahmen und Anpassungsstrategien zu entwickeln.

Übersichtlich dargestellt können Interessierte die aktuelle Niedrigwassersituation in Deutschland nachvollziehen.

Mitte Juli stellte der Bundesumweltminister Carsten Schneider zusammen mit dem Präsidenten der Bundesanstalt für Gewässerkunde, Dirk Schwardmann, und der Umweltbürgermeisterin von Würzburg, Dr. Sandra Vorlová, das Informations- und Beratungstool der Öffentlichkeit vor. Bislang fehlte eine bundesweit einheitliche Informationsbasis. Die neue Plattform liefert nun belastbare, vergleichbare und aktuelle Informationen zur Niedrigwassersituation, indem sie tagesaktuelle Daten aus Bund und Ländern zusammenführt. 

Übersichtliche Weboberfläche

Die Basis bilden Messdaten der Bundesländer sowie der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) und des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ab 1991 zu Wasserständen, Abflüssen, Grundwasserständen, Bodenfeuchte und Niederschlägen. Umfassende Hintergrundanalysen vervollständigen das Angebot. Weitere Parameter sind für spätere Entwicklungsphasen angedacht.

Wichtige Funktionen und Nutzen von NIWIS:

  • Zentrale Übersicht konsolidierter aktueller Daten
  • Einheitliche Klassifizierung, Einordnung und Bewertung des Niedrigwasserzustands (normal, niedrig, sehr niedrig, extrem niedrig)
  • Visualisierung per Karte mit Auswahl einzelner Stationen oder Regionen
  • Erläuterungen für einen leichten Einstieg und vertiefte Informationen
  • Offene API-Schnittstelle

Über die Plattform können sich Behörden und Kommunen sowie Wasserwirtschaft und Interessierte ganzheitlich informieren und die regionale Niedrigwassersituation besser einschätzen. Das neue Datenportal wurde im Rahmen der Nationalen Wasserstrategie auf Initiative des Bundesumweltministeriums (BMUKN) in enger Zusammenarbeit mit den Ländern sowie dem Bundesverkehrsministerium bei der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) entwickelt.

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