U-Bahnhof Hafencity Universität in Hamburg

Farbige Lichtcontainer

Die U-Bahn-Linie 4 verbindet seit Dezember 2012 die Hafencity mit dem Rest der Stadt Hamburg. Die neue Station Überseequartier ist bereits in vollem Betrieb, während die vorläufige Endstation Hafencity Universität noch auf die Eröffnung der gleichnamigen Hochschule wartet. Besuchern steht der U-Bahnhof jedoch schon offen, und deren Interesse ist so groß, dass an Wochenenden und Feiertagen nun doch bereits Züge hier halten.

Die Lichtobjekte hängen von der Decke wie Container vom Verladekran
Feine Farbnuancen lassen sich aus den RGB-Knoten exakt mischen
Die mit Stahl verkleideten Flächen treten zurück und betonen so die Wirkung der Leuchten

Die Attraktion ist die 135 Meter lange, 16 Meter breite und 10 Meter hohe Bahnsteighalle von Raupach Architekten aus München. Stahl, Licht und Farbe beherrschen den Raum. Materialien, Formen und Lichtstimmungen der verschwindenden Hafenlandschaft oben tauchen hier wieder auf und schaffen einen zeitgemäßen neuen Ankunftspunkt. Die reduzierte und homogene Gestaltung von Oberflächen, Verkehrswegen und Mobiliar mit Stahl überlässt den großen Auftritt den zwölf großen Lichtobjekten unter der Decke der Halle. Die Stahl-Wandpaneele wurden einzeln chemisch behandelt, sodass jedes ein Unikat ist.

In den Abmessungen von 20-Fuß-Containern hängen die gläsernen Leuchten von der Decke wie an einem Verladekran und schweben über den Köpfen der Fahrgäste. Sie wechseln ihre Farbe und sollen die wechselnden Lichtstimmungen im Außenraum je nach Tageszeit, Jahreszeit und Wetter interpretieren. Durch die Reflexion des Lichts an den mit Stahlplatten verkleideten Wänden und Decken der Bahnsteighalle intensiviert sich die Wirkung der jeweiligen Lichtinszenierung zusätzlich.

Die zwölf Container leuchten entweder synchron oder in unterschiedlichen Farben. Sogar mehrere Farben innerhalb eines Lichtobjekts sind möglich. Weil die Beleuchtung außerdem mit unterschiedlicher Geschwindigkeit verändert werden kann, lassen sich abwechslungsreiche Effekte erzielen. Als besonderes Highlight findet an den Öffnungstagen zwischen 11 und 18 Uhr jeweils zur vollen Stunde eine Aufführung von Lichtinszenierungen im Zusammenspiel mit Musikstücken von Verdi, Bach, Berlioz und Brahms statt.

Elektro- und Lichttechnik
Die Lichtcontainer messen jeweils 6,50 Meter in der Länge und 2,80 Meter sowohl in der Breite als auch in der Höhe. Jeder ist mit 280 sogenannten LED-RGB-Knoten ausgestattet. Diese bestehen aus je einer roten, einer grünen und einer blauen LED-Diode, aus denen in Kombination jeder gewünschte Farbton erzeugt werden kann. Wie beim Fernseher funktioniert dies nach dem Prinzip der additiven Farben. Die LED-Knoten hinterleuchten die Außenhaut aus mehrschichtigem Verbundglas gleichmäßig. Sie wurden in jeweils 15 Reihen mit regelmäßigem Abstand innerhalb eines Containers angeordnet. Jede dieser Reihen kann einzeln von der zentralen Steuerung geschaltet werden. Trotz Größe und Intensität der Leuchtkörper liegt der durchschnittliche Verbrauch nur bei jeweils 1,1 kW.

Bautafel

Architekten: Raupach Architekten, München
Projektbeteiligte: Pfarré Lighting Design, München/D-Lightvision, München (Lichtplanung); Stauss Grillmeier, München (Design Leuchten); Alexander Weckmer Licht und Mediensysteme, Königsbrunn (Lichtinstallation)
Bauherr: Hamburger Hochbahn, Hamburg
Fertigstellung: 2012
Standort: Versmannstraße, Hafencity, 20457 Hamburg
Bildnachweis: Raupach Architekten, München; Fotos: Markus Tollhopf, Hamburg

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