Trinkwasserspeicher
Speicherarten, Materialien und Anforderungen
Trinkwasserspeicher gewährleisten eine zuverlässige Wasserversorgung, indem sie zu jeder Zeit Trinkwasser in vorgeschriebener Qualität und mit dem erforderlichen Druck zur Verfügung stellen können. Sie gleichen mögliche Schwankungen zwischen Bereitstellungs- und Bedarfsmengen aus und beugen bei Betriebsstörungen einem Engpass vor, beispielsweise im Falle eines Rohrbruchs. Um eine kontinuierliche Wasserversorgung auch bei Instandhaltungs- oder Reinigungsmaßnahmen zu gewährleisten, bestehen die Speicher in der Regel aus zwei oder mehr Behältern. Der Wasserdruck im Behälter wird durch die Höhe des Wasserspiegels reguliert. Dies kann entweder mit einer entsprechenden Bauhöhe, Ortslage oder einem Pumpwerk garantiert werden. Es gibt also unterschiedliche Speicherarten und -typologien.
Hochbehälter, Wasserturm und Tiefbehälter
Hochbehälter nutzen die Topografie aus, um den benötigten Druck zu erzeugen. Sie sind meist in bzw. an Höhenzügen angeordnet. Aufgrund dieser Einbettung in die Landschaft sind die Wasserkammern eingegraben, überdeckt oder begrünt, und die Hochbehälter in der Regel nur teilweise sichtbar. Ist das Gelände zu flach, um ein ausreichendes Gefälle zur Druckerzeugung herzustellen, können Wassertürme zum Einsatz kommen. Aufgrund des hohen baulichen Aufwands werden in Mitteleuropa heute jedoch kaum noch Wassertürme errichtet. In Tiefbehältern ist der Wasserspiegel zu niedrig, um auf natürliche Weise den benötigten Fließdruck zu erzeugen, sodass hier eine Druckerhöhungsanlage verbaut werden muss.
Materialien
Laut der Trinkwasserverordnung
(TrinkwV) dürfen die Materialien, die mit Trinkwasser in Kontakt kommen, keine Stoffe
abgeben, die dieses nachteilig verändern. Außerdem muss
sichergestellt sein, dass die verwendeten Materialien nicht die
Vermehrung von Mikroorganismen fördern, die die
Wasserbeschaffenheit verändern könnten. Entsprechende Hinweise
finden sich in der Norm DIN EN 16421 – Einfluss von Materialien
auf Wasser für den menschlichen Gebrauch – Vermehrung von
Mikroorganismen. Materialspezifische Hygienehinweise sind in
den Merkblättern des DGVW W 270 (A), W 347 (A), sowie W
398 (M) enthalten. Darüber hinaus sind Vorgaben und
Leitlinien des Umweltbundesamtes zu beachten. Eine Unterscheidung
zwischen wasserberührenden Oberflächen und der dahinter liegenden
Konstruktion ist in der Regel nicht möglich, da mit Ausnahme von
nicht rostendem Stahl keine Oberfläche als diffusionsdicht
angesehen werden kann. Aus diesem Grund werden heutzutage die
meisten Speicherbehälter aus Edelstahl gefertigt. Darüber hinaus
sind Hochbehälter überwiegend mit Beton oder Stahlbeton
errichtet.
Regularien und Anforderungen
Die auf europäischer Ebene geltende DIN EN 1508
Wasserversorgung – Anforderungen an Systeme und Bestandteile
der Wasserspeicherung aus dem Jahr 1998 regelt Anforderungen an
Wasserspeicher. Die Norm befindet sich in Überarbeitung. Auf
nationaler Ebene legt die Merkblattreihe W-300 des
Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfachs (DGVW) Regelungen
zu Planung, Bau, Instandhaltung, Reinigung sowie Sanierung von
Wasserspeichern fest. Auch Merkblätter dieser Reihe wurden
überarbeitet oder befinden sich im Überarbeitungsprozess.
W-300-1 ist um ein Kapitel zur lufttechnischen Ausrüstung
und der Anforderung an die Betonoberfläche erweitert. Ein neues
Kapitel in W 300-3 ergänzt Hinweise für die Behandlung von
Rissen und Hohlräumen im Beton.
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