Totholzhecke

Benjeshecke, Reisighecke, Feldhecke

Totholzhecken werden auch als Benjes- oder Reisighecken bezeichnet. Sie bestehen aus abgestorbenen, abgeschnittenen oder abgebrochenen Zweigen und Ästen, teils auch mit Strünken, Teilen von Stämmen oder je nach Größe ganzen Bäumen, die horizontal zwischen eine Reihe vertikaler Pfosten geschichtet werden. Zugunsten einer besseren Stabilität werden dünnere Zweige wie Reisig auch miteinander verflochten oder mit Ranken an den Pfosten verbördelt. Laub, Reste von gemähten Rasen und etwas Erde können die Hecke verdichten. Dieses tote Holz sackt im Laufe der Zeit ab, verrottet und zersetzt sich zu Humus. Eine Totholzhecke wird deshalb Jahr für Jahr kontinuierlich wieder aufgefüllt, um Höhen zwischen einem halben Meter bis zu zwei Metern zu erreichen.

Zugunsten einer besseren Stabilität werden dünnere Zweige wie Reisig auch miteinander verflochten oder mit Ranken an den Pfosten verbördelt.
Dieses tote Holz sackt im Laufe der Zeit ab, verrottet und zersetzt sich zu Humus. Eine Totholzhecke wird deshalb Jahr für Jahr kontinuierlich wieder aufgefüllt, um Höhen zwischen einem halben Meter bis zu zwei Metern zu erreichen.
Im Gegensatz zu gemauerten und betonierten Einfriedungen und Metallzäunen sind Totholzhecken nicht nur ein naturnaher Sicht- und Windschutz, sondern bieten in ihren Hohl- und Zwischenräumen einen Lebensraum für eine Vielzahl von Lebewesen.

Biodiversität

Im Gegensatz zu gemauerten und betonierten Einfriedungen und Metallzäunen sind Totholzhecken nicht nur ein naturnaher Sicht- und Windschutz, sondern bieten in ihren Hohl- und Zwischenräumen Lebensraum für eine Vielzahl von Lebewesen. Im Sinne einer ländlichen wie innerstädtischen Biodiversität dienen sie als Habitat für Insekten, Pilze, Vögel wie Spechte und Eulen, für Fledermäuse, Igel, Eidechsen, Marder, Siebenschläfer und viele weitere Tiere.

Reinigung und Pflege

Totholzhecken im öffentlichen Raum sollten regelmäßig gereinigt werden von Abfällen wie leeren Flaschen, Scherben, Kronenkorken, Zigarettenkippen, vom Wind verwehten und in den Zweigen verfangenen Papier- und Plastikfetzen. Zusätzlich sollte durch regelmäßige Kontrollen verhindert werden, dass sich Ratten einnisten.


Typologie

Totholzhecken sind typologisch verwandt mit Feldhecken und Zäunen aus Weiden- und Haselnussgeflecht, die sich ebenso wie die englischen Dead Hedges oder Dead Wood Hedges mindestens seit dem 15. Jahrhundert in ländlichen Regionen finden lassen. Genau wie diese Hecken haben sie den Vorteil, dass Materialien wie Schnittgut und Gartenabfälle bereits vor Ort vorhanden sind und nicht gesondert gekauft werden müssen. Auch ein Entsorgen mittels Häckseln oder Verbrennen entfällt.

Benjeshecke

In Deutschland wurde Totholzhecken von den Brüdern Hermann und Heinrich Benjes in den 1980er-Jahren wiederbelebt und letztendlich nach ihnen benannt. Als Landschaftsgärtner und Naturschutz-Aktivisten protestierten sie gegen die insbesondere in den 1960er und 1970er-Jahren großflächigen Flurbereinigungen, die zu Monokulturen, Kahlschlag-Ödnis und Verlust von Kulturlandschaften führten, und propagierten offensiv das Anlegen von Totholzhecken als Flurbelebungskonzept.


Wertschätzung

Nachdem Totholzhecken eine Zeitlang als zu unansehnlich, zu unordentlich oder gar ungepflegt kritisiert und abgelehnt wurden, gelten sie heute als ein sehr effektives Mittel zur Schaffung von Biodiversität auch auf kleinsten Resträumen wie beispielsweise als Beetumrandung an innerstädtischen Straßenrändern. Durch ihre unregelmäßigen Strukturen und mit Begrünungen durch Schling- und Rankpflanzen wie Clematis, Kletterrose oder Kapuzinerkresse werden sie inzwischen als rustikale, romantische und sogar pittoreske Gestaltungselemente wertgeschätzt.

Autorin: Prof. Dr.-Ing. Susanne Junker, Berlin

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Grundlagen

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