Tiny House Snuk in Almere

Zwei Zimmer, Küche, Bad und viel Licht

Kleine Häuser rücken immer mehr in den Fokus des gestalterischen und sozialen Interesses. Eine ganze Siedlung mit einer großen Vielfalt an Tiny Houses ist in den Niederlanden im Rahmen eines Wettbewerbs entstanden. Für den Ort Almere Poort, nicht weit entfernt von Amsterdam, wurde zur Teilnahme an „Construction Expo Tiny Housing“ aufgerufen, um mehr bezahlbaren und nachhaltigen Wohnraum zu schaffen. Von 245 eingereichten Modellen in allen nur erdenklichen Formen wurden die 15 Gewinnerentwürfe auf dem Areal realisiert. Darunter ist auch der Entwurf Snuk, was in etwa klein und gemütlich bedeutet. Das Architektenteam Leo Harders und Aldo Trim entwarf das Häuschen mit 33 Quadratmetern Fläche.

Von den 245 eingereichten Modellen wurden die 15 Gewinnerentwürfe in Almere Poort realisiert. Darunter ist auch der Entwurf Snuk vom Architektenteam Leo Harders und Aldo Trim.
Snuk besteht aus einer Holzbalkenkonstruktion mit neun Rippen auf einem massiven Stahlrahmen und bietet 33 m² Fläche. Für die Fassade wurde Stahlwellblech gewählt.
Die Innenwand besteht aus Furnierschichtholzplatten. Das Besondere an dem Projekt ist, dass es keine Rückseite hat, sondern zwei Glasfronten jeweils an den Schmalseiten.

Metallumhüllte Holzkonstruktion

Der kleine, temporäre Neubau ist insgesamt 10 Meter lang, 3,30 Meter breit und an der Spitze des Satteldachs 3,70 Meter hoch. Damit passt er auf einen Tieflader und konnte so – komplett vorgefertigt – im Ganzen an Ort und Stelle gebracht werden. Snuk besteht aus einer Holzbalkenkonstruktion mit neun Rippen auf einem massiven Stahlrahmen. Während für die Innenwand Platten aus Furnierschichtholz gewählt wurden, ist die Fassade mit verzinkten Stahlwellplatten und Aluminium ummantelt. Dazwischen auf der Holzwerkstoffplatte ist eine Wandschalungsbahn mit dreilagigem Aufbau montiert, deren Membran Feuchte nach außen transportiert.

Zwei Zimmer, Küche, Bad

Der eigentliche Innenraum ist nur 6,50 Meter lang, denn an beiden Schmalseiten schließt eine überdachte Terasse an. Das überstehende Dach fungiert über dem Eingang bzw. der Terrasse als Sonnen- und Witterungsschutz. Eine klare Innenstruktur bekommt das kleine Gebäude durch den Raumteiler in der Mitte, der zwei Bereiche mit 7,5 m² und 5,9 m² separiert. In der zentral eingestellten 5 m² großen Box, bei der sich die Anschlüsse für Wasser-, Elektro und Abwasser befinden, ist auf der einen Seite eine offene Küchenzeile mit Herd, Spüle und Einbauregalen positionert. Gegenüber liegt das Bad als Raum im Raum.

Gläserne, auffaltbare Wand

Das Besondere an dem Projekt ist, dass es keine Rückseite hat, sondern aus zwei Glasfronten jeweils an den Schmalseiten besteht. So sind unterschiedliche Platzierungen des Gebäudes möglich und die Umgebung wird in die Innenraumgestaltung miteinbezogen. Wird das Haus in Ost-West-Ausrichtung aufgestellt, kann sowohl die aufgehende als auch die untergehende Sonne erlebt werden. Realisiert wurden die klaren Fronten mit einer Glas-Faltwand. Sie weist einen Uw-Wert von 1,1 W/m²K auf, und durch die schmalen Profilansichten von nur 99 Millimeter im Flügelstoß lässt die Verglasung viel Licht hinein. Der Clou ist, dass die Glaselemente sich einfach im Ziehharmonikaprinzip auf ganzer Breite öffnen und so viel Frischluft durchwehen lassen. Das verleiht dem kleinen Haus ein Raumgefühl von Offenheit und Weite. -jb

Bautafel

Architektur:  Leo Harders, Delft, und Aldo Trim, Rotterdam
Projektbeteiligte:
Solarlux, Melle (Glas-Faltwand Ecoline); Metsäwood, Helsinki (Furnierschichtholz); Moll bauökologische, Schwetzingen (Wandschalungsbahn)
Bauherrschaft:
Wettbewerb Construction Expo Tiny Housing
Fertigstellung:
2018
Standort:
Almere Poort, Niederlande
Bildnachweis: Snuk Casco Ski, Delft; Margreet van Hemmen Photography; Adrienne Norman Portret en Reportage Fotografe; Roos Aldershoff Fotografie / Solarlux, Melle

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