Tidal Haus auf der Insel Texel

Wohnhaus und Praxis in Holzrahmenbauweise

Texel ist mit rund 585 Quadratkilometern die größte und westlichste der niederländischen Inseln im Wattenmeer. Inspiriert von Strandgut, das bei Ebbe im Sand verbleibt, entwarfen die Architekten von Studio To Po Ma aus Amsterdam ein außergewöhnliches Ensemble zum Wohnen und Arbeiten. Das Tidal Haus am Ortsrand von Den Burg ist ein Holzrahmenbau, umgeben von Wald und Wiesen.

Die Praxis ist vom Wohnhaus abgelöst.
Die vertikal angeordnete Holzverschalung bewirkt ein einheitliches Erscheinungsbild.
Große Fenster an der Eingangsseite des Wohnhauses

Anordnung mit Verbindung zur Natur

Das Ensemble besteht aus fünf Baukörpern mit quadratischem Grundriss, die annähernd gleich groß sind. Sie haben Pultdächer und sind zueinander verschoben und verdreht – die ungeordnete, scheinbar zufällige Anordnung soll an Strandgut erinnern. Drei von ihnen bilden das Wohnhaus und sind durch niedrige Bauten seitlich verknüpft. Sie befinden sich auf der Nordostseite des Grundstücks. Die Praxis besteht aus den beiden anderen Baukörpern, südlich davon angeordnet und ebenfalls durch einen Gang verbunden. 


Lichtdurchflutete Wohnräume

Der Eingang zum Wohnhaus befindet sich an der Ostseite in einem Verbindungsbau. Rechterhand schließt ein großzügiger Essraum mit offener Küche an, auf diesen folgt der Wohnraum. Linkerhand befindet sich das Schlafzimmer mit angrenzendem Badezimmer. Im Dachgeschoss ist ein Arbeitsraum untergebracht. Insgesamt bietet das Wohnhaus rund 150 Quadratmeter Wohnfläche. Während die einzelnen Baukörper von außen gut ablesbar sind, ist der Innenraum einheitlich konzipiert. Die Räume sind großzügig, hell und offen gestaltet. Große, bodentiefe Fenster und Schiebetüren mit Ausrichtung gen Südwesten sorgen für reichlich Tageslicht im Innenraum und schaffen außerdem eine Verbindung zur Landschaft. Ziel war es, die saisonalen Veränderungen der Natur im Innenraum spürbar zu machen.


Kurze Bauzeit dank vorgefertigter Holzrahmenbauweise

Das Gebäudeensemble ist in Holzrahmenbauweise auf einer massiven Bodenplatte aus Beton errichtet. Die vorgefertigten Holzrahmen sind aus modifiziertem Radiata-Kiefernholz gefertigt. Das Holz wurde mit Essigsäure acetyliert. Es ist ungiftig und vollständig recycelbar. Durch die Modifizierung lassen sich Haltbarkeit und Dauerhaftigkeit des Holzes deutlich steigern. Für die Fassade kam ebenfalls modifiziertes, schnell wachsendes Radiata-Kiefernholz zum Einsatz. Die vertikal angeordnete Holzverschalung bewirkt ein einheitliches Erscheinungsbild der Häuser. Für die Dacheindeckung kam recyceltes Aluminium zum Einsatz.


Der Innenraum ist geprägt durch eine horizontale Unterteilung: Ab einer Höhe von 2,40 Metern findet ein Materialwechsel im gesamten Haus statt. Während der untere Teil der Wände bis zur Oberkante der Fenster mit Birkensperrholz bekleidet ist, sind die Wände oberhalb der Fenster und die Decken weiß verputzt. Die Fensterrahmen sind aus modifiziertem Radiata-Kiefernholz gefertigt. Die Böden sind mit Travertinfliesen und einer Fußbodenheizung ausgestattet. Solarzellen auf einem der Dächer und eine Luft-Wasser-Wärmepumpe sorgen für die nötige Energie.

Bautafel

Architektur: Studio to po ma, Amsterdam
Projektbeteiligte: Bouw & Timmerbedrijf Texel (Bauunternehmer)
Bauherr*in: Privat
Fertigstellung: 2023
Standort: Den Burg, Texel
Bildnachweis: Lars van Es, Amsterdam

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Holz im Außenbereich

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