Terrassenhaus in Aarhus

Auf und Ab über trapezförmigem Grund

An drei Seiten von Wasser umgeben ist das neue Terrassenhaus nach Plänen des Architekturbüros BIG. Es ist Teil des Hafenviertels von Aarhus, das durch ein Hafenbad ergänzt wurde und kontinuierlich weiter wächst. Der auffallende Vielgeschosser mit weitläufigem Innenhof bietet den Bewohnerinnen und Bewohnern Panoramablick aufs Meer.

Das neue Terrassenhaus ist Teil des Hafenviertels von Aarhus, das durch ein Hafenbad ergänzt wurde und kontinuierlich weiter wächst.
Hafenbad und Terrassenhaus
Die Etagen entwickeln sich auf dem insgesamt trapezförmigen Grundriss (einem Parallelogramm) allmählich in die Höhe, sodass die höchsten und tiefsten Abschnitte einander gegenüberliegen.

Im Sockel der Anlage ist eine Tiefgarage untergebracht; sie ist flankiert von Ladengeschäften. Auf dem insgesamt trapezförmigen Grundriss (gleich einem Parallelogramm) entwickeln sich die Etagen allmählich in die Höhe, sodass die höchsten und tiefsten Abschnitte einander gegenüberliegen. Da der Anstieg je nach Himmelsrichtung variiert, verfügt der Gebäudekomplex über steile und weniger steile Abstufungen.

Schmale Betonplattformen, gläserne Brüstungen

Das Wohngebäude bildet eine 13-geschossige Nord- und eine 19-geschossige Südspitze zum Meer aus. Die Geschossdecken sind als schmale Betonplattformen übereinander geschoben. Entlang des Blockrands sind sie mit durchsichtigen Ganzglasbrüstungen versehen. Alle Apartments haben raumhoch verglaste Fensterfronten. Vor unerwünschten Einblicken schützen keilförmige Holztrennwände zu beiden Seiten.

Auf den einander gegenüberliegenden Hochpunkten des Gebäudes bietet jeweils ein zehn Quadratmeter großer Raum – ähnlich dem Ausguck eines Schiffes – einen traumhaften Blick aufs Meer. Diese Räume sind über eine Außentreppe mit der darunterliegenden Wohnung verbunden.

Elemente aus Spezialbeton und verspiegelte Fassadenabschnitte

Die optisch durchlaufenden Balkonplatten sind von den Geschossdecken statisch und bauphysikalisch getrennt. Es sind vorgefertigte Betonelemente, die auf vorgefertigten Betonstützen aufliegen. Die Stützen sind durch die keilförmigen Trennwände aus Holz verdeckt. Die Elemente sind aus einem speziellen Beton gefertigt, der sehr hohe Festigkeitswerte erreicht und sowohl wasser- als auch luftdicht ist. Die Unempfindlichkeit gegen Wasser ermöglicht es, den Aufbau der begrünten Bereiche niedrig zu halten.

Die hölzernen Abtrennungen haben eine dreieckige Grundform und sind bis zur Brüstung geführt. Sie verdecken auch die Fallrohre der Entwässerung. Alle opaken Fassadenabschnitte sind mit verspiegeltem Glas bekleidet: So wird die Massivität des Baus durch die Spiegelung der Umgebung reduziert. Die Fassade zum Innenhof weist keine Vor- oder Rücksprünge auf und ist glatt. Der Fensteranteil ist hier relativ gering, geschlossene Fassadenbereiche sind ebenfalls verspiegelt.

Flachdach aus vorgefertigten, bepflanzten Elementen
Die Bedachung der obersten Etagen – also der Penthousewohnungen – ist aus Fertigelementen mit bereits gepflanzter Begrünung zusammengesetzt. Der Aufbau dieser Elemente ist wie folgt: Sedumbepflanzung, Geotextil, 65 mm starke Dränage in einer Aluminiumwanne, Neoprenauflager und 50 mm dickes Stahlprofil. Die Entwässerung vollzieht sich über den Hohlraum in den Fertigteilen. Sie haben eine Abmessung von 1.800 x 3.000-7.300 mm und bestehen aus ultrahochfestem, wasserfestem und selbstverdichtendem Faserbeton.

Sämtliche Fallrohre (Ø 50-75 mm) sind hinter der dreieckigen Holzverkleidung aus Lärchenholz versteckt und können problemlos dahinter nach unten geführt werden. Der Gemeinschaftshof, zugleich das Dach der Tiefgarage, ist intensiv begrünt und teils mit Rasen, teils mit Bäumen und Sträuchern abwechslungsreich bepflanzt. Dazwischen gibt es ausreichend Sitzgelegenheiten und Gehbereiche.

Ein wichtiger Vorteil dieser Gründächer besteht darin, dass sie sowohl im Winter als auch im Sommer temperaturausgleichend wirken und zur Verringerung des Schallpegels beitragen. Ein ökologischer Pluspunkt ist der teilweise Ersatz der überbauten Vegetationsfläche als Ausgleich für den Eingriff in die Natur. Zudem filtern Gründächer Staub und Schadstoffe aus der Umgebungsluft und wandeln CO2 in wertvollen Sauerstoff.

Bautafel

Architektur: BIG – Bjarke Ingels Group mit Gehl Architects, Kopenhagen
Projektbeteiligte: BIG Landscape (Freianlagen); MOE, Kopenhagen (Tragwerksplanung)
Bauherr/in: Kilden & Mortensen APS, Horsens
Fertigstellung: 2019
Standort: Aarhus, Denmark
Bildnachweis: Rasmus Hjortshøj

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