Temporärer Showroom in Kopenhagen

Ziegel, Kupfer und schwarzer Terrazzo bringen Wärme ins Interior

Das Pariser Architekturbüro Studio KO hat in Kopenhagen eine ehemalige Autowerkstatt aus den 1950er-Jahren in einen temporären Showroom für ein dänisches Label verwandelt. Gedeckte Farben, Materialien wie Ziegel und Kupfer sowie ein polierter schwarzer Terrazzoboden schaffen eine elegant-gedämpfte Atmosphäre mit subtilen orientalischen Anklängen.

Haptische Materialien spielen für das Interior eine wesentliche Rolle, darunter Ziegel, Stahl und Kupfer.
Der Bodenbelag ist ein polierter schwarzer Terrazzo.
Hinter den großen Fensterflächen verbirgt sich ein Hof mit einem japanischen Ahornbaum.

International bekannt wurde Studio KO mit dem Musée Yves Saint Laurent in Marrakesch und zuletzt mit dem Umbau des Fragonard Musée de la Mode et du Costume in Arles. Mit dem Projekt in Kopenhagen zeigten die Architekten Karl Fournier und Olivier Marty, dass sie auch für kommerzielle Auftraggeber außergewöhnliche Räume entwerfen können: Zur Designveranstaltung 3daysofdesign entstand ein Gästehaus auf Zeit, das Vipp als ungewöhnlichen Showroom nutzte.

Ein etwas anderer Showroom
Das dänische Label ist bekannt für einen Treteimer aus Metall, der 1939 entstand und zum Designklassiker avancierte. Inzwischen hat das Familienunternehmen sein Sortiment ausgeweitet und bietet auch Küchen, Möbel, Leuchten und Accessoires an. Außerdem entwickelt es seit 2014 unter dem Label Vipp Shelter Gästehäuser in Dänemark, Mexiko oder Tasmanien, die man mieten und dort seine (Urlaubs-)Tage verbringen kann – immer mit einem anspruchsvollem Interior und mit den Produkten des Labels eingerichtet. Genau solch einen Raum hat Studio KO im Kopenhagener Stadtteil Brygge auf dem Unternehmensgelände auf temporärer Basis umgesetzt.



Von der Werkstatt zum Event Space
Der ephemere Showroom befindet sich in einer ehemaligen Autowerkstatt aus den Fünfzigerjahren, die von den Architekten Frank Maali und Gemma Lalanda umgebaut wurde und zukünftig als Event Space auf dem Firmengelände dienen soll. Das Gebäude wurde bewusst nach Norden versetzt, um Raum für einen Hof zu schaffen, in dessen Mitte ein japanischer Ahornbaum steht. Von hier strömt natürliches Licht durch raumhohe Glastüren ins Innere. Die historische Südwand blieb ebenso erhalten wie der ehemalige Schornstein, der nach der Sanierung als Kamin dient. Die Strebepfeiler treten nun als markante, skulpturale Gestaltungselemente hervor.


Ziegel, Kupfer und Terrazzo

Der Raum ist 130 Quadratmeter groß und verfügt über eine beeindruckende Höhe von 4,50 Meter. Blickfang ist die gewölbte Ziegeldecke, die dem von Beton, Stahl und Eisen geprägten Ambiente eine behagliche Note verleiht. Der Bodenbelag aus poliertem schwarzem Terrazzo trifft auf Wände, die mit Stahlplatten verkleidet sind. Auch die temporäre Einrichtung mit Möbeln und Leuchten des dänischen Unternehmens lebt von visuellen und haptischen Kontrasten: Der Küchenblock sowie schlichte Sitzmöbel, Tische und Leuchten aus Stahl – darunter die V1 Kitchen, der Swirrel Chair und der legendäre Treteimer – treffen auf Elemente, die dem Innenraum Wärme verleihen.

Dazu zählen etwa die minimalistischen Bürodrehstühle, deren stoffbezogene Sitzflächen mit grafischen Mustern und warmen Farben an die marokkanische Berberkultur erinnern. Mit demselben Stoff bezogen sind auch die sofaähnlichen Bänke, die neben dem Küchenblock mit seiner Arbeitsplatte aus massivem Kupfer den Mittelpunkt des Interiors bilden. „Der Raum, den wir uns vorgestellt haben, ist eine Hommage an die gegensätzlichen Konzepte von Raffinesse und Rauheit“, sagt Karl Fournier von Studio KO. „Eine Kollision der Kulturen, die unsere beiden Welten miteinander verschmelzen lässt.“ -csh

Bautafel

Architektur: Frank Maali & Gemma Lalanda (Umbau einer Autowerkstatt aus den Fünfzigerjahren)
Innenarchitektur:
Studio KO, Marrakesch/Paris
Bauherr*in: Vipp, Kopenhagen
Fertigstellung: 2025
Standort: Vipp Headquarter, Snorresgade 22, 2300 Kopenhagen, Dänemark
Bildnachweis: Vipp, Kopenhagen (Fotos)

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Objektanforderungen

Terrazzo bezeichnet einen meist fugenlosen Bodenbelag aus mineralischem Bindemittel und Gesteinskörnungen, der durch Schleifen und Polieren eine homogene, glänzende Oberfläche erhält. Im Bild: Terrazzoboden in der anktiken Stadt Herculaneum am Golf von Neapel

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