Temporäre Kapelle in Bogotá

Kreuz aus Baustützen und Fachwerkträgern

Weiße Gaze formt die ephemere Hülle des Andachtsraums einer temporären Kapelle in Bogotá. Der Sakralbau erhebt sich an einem recht profanen Standort: einem Supermarktparkplatz im Norden der kolumbianischen Hauptstadt. Entworfen hat das Bauwerk das junge Architekturbüro Colab-19, das sich – wie der Name verrät – erst im Zuge der Corona-Pandemie gegründet hat und mit räumlichen Lösungen für ein Leben in dieser aufwartet. Ausgangspunkt für die Entwicklung der Alhambra‘s Cross genannten Struktur war, dass aufgrund der Infektionsgefahr Gottesdienste auch in Kolumbien nur unter der Auflage geeigneter Schutzmaßnahmen stattfinden können.

Geplant hat das Bauwerk das junge Architekturbüro Colab-19, das in seinen bisher verwirklichten Entwürfen mit räumlichen Lösungen für ein Leben in der Corona-Pandemie aufwartet.
Ausgangspunkt für die Entwicklung der Alhambra‘s Cross genannten Struktur war der Wunsch nach coronagerechten Gottesdiensten – insbesondere zum Osterfest 2021.
Colab-19 plante die Kapelle für die Gemeinde „Santa María de la Alhambra”.

Colab-19 plante die Kapelle für die Gemeinde „Santa María de la Alhambra” als ein markantes Symbol im Stadtraum. Von oben betrachtet erscheint sie als weißes Kreuz, geformt von dem einfachen Wellblechbelag des Daches. Getragen wird es von weiß gestrichenen Fachwerkträgern und Sprießen, die in den bodennahen Randbereichen kreuzförmig ausgesteift sind. Für Kirchenbesucherinnen und -besucher nutzbar ist dadurch nur das Mittelschiff – dieses erstreckt sich allerdings vom Mittelpunkt mit dem Altar ausgehend in vier Richtungen. Geplant wurde die Kirche für 56 Personen, doch während der Osterfeiertage 2021 konnten weitere Gläubige, die sich außerhalb der Struktur niederließen, den Gottesdienst mitfeiern.

Die Kirche entstand in Zusammenarbeit mit der Sociedad Colombiana de Arquitectos und wurde unter anderem von einem Gerüstbauunternehmen und einer Studierendenorganisation unterstützt. Die beiden Architekten von Colab-19 bezeichnen die verwendete Konstruktion als „horizontale Gerüstkonstruktion”, die im Kontrast zu den vertikal ausgebildeten Strukturen steht, die bisher vornehmlich ihre Entwürfe prägen. Sie eigne sich vor allem für ein schnelles Wachstum in die Breite und lasse sich gestalterisch als Stützenwald interpretieren, so Colab-19. Die Nutzung von Baubehelfen als Konstruktionsmaterial erlaubt es, alle Teile einfach zu demontieren und an anderer Stelle – etwa als Trägerdeckenschalung – wiederzuverwenden.

Entwurf: Colab-19, Bogotá und London; Sprieße und Träger: Equinorte, Barranquilla; Aufbau: Colectivo Estudiantes Sca (Cesca), Bogotá

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72 Meter hohes Trag- und Arbeitsgerüst im Zuckersilo Uelzen zur Montage der Holzdachkonstruktion

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