Synergien im Bauablauf

Drei Bürotürme für die Ulmer Wissenschaftsstadt

Bessere Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft – dieses Ziel verfolgt die Stadt Ulm mit der Wissenschaftsstadt im Stadtteil Eselsberg. Der erste Masterplan entstand 2009, seither wird dessen Weiterentwicklung sowie der stete Auf- und Ausbau des Areals vorangetrieben, an dem Lehre und Forschung auf große Unternehmen oder innovative Start-ups treffen. Im Umfeld dieses fruchtbaren Konglomerats sind auch drei Science Parks angesiedelt, die Gewerbeflächen in unmittelbarer Nähe zu den Hochschulen und Universitäten bieten. So können über das Netzwerk Forschungsergebnisse unmittelbar in neue Produktentwicklungen einfließen, gleichzeitig profitieren die Standorte innerhalb der Wissenschaftsstadt vom gegenseitigen Zufluss von Fach-, Führungs- und Nachwuchskräften sowie von der gemeinsam genutzten Infrastruktur.

Abgestimmte Lösungen für Gerüstbau und Rohbau trugen zu einem sicheren und zeiteffizienten Baufortschritt bei.
Den durchgehenden Sockel bilden zwei überirdische Geschosse und eine Tiefgarage aus, darüber erheben sich drei Bürotürme mit jeweils acht Geschossen.
Auskragende Absetzbühnen wurden mithilfe von Knotendiagonalen ausgebildet. Diese schließen ebenso wie die Horizontalriegel direkt am Gerüstknoten des Easy Stiels an, aufwendige Rohr-Kupplungsarbeiten entfallen.

Eines der entstehenden Neubauprojekte im Science Park III, nordwestlich des Berliner Rings gelegen, trägt den Namen Universelle und umfasst drei achtgeschossige Bürohochhäuser. Der Komplex verfügt über einen gemeinsamen, zweigeschossigen Sockel und eine Tiefgarage. Der massive Unterbau ragt dabei über die drei Türme hinaus und füllt die Parzelle rund um die Erschließungsstraßen aus. 35.000 Quadratmeter Bürofläche sollen hier entstehen, darunter sind 10.000 Quadratmeter Fläche für Labore, Forschung und Entwicklung vorgesehen. Neben 500 unterirdischen Parkplätzen finden im Außenraum 150 Fahrzeuge Platz, zudem besteht eine gute ÖPNV-Verbindung.

Schneller Baufortschritt durch abgestimmte Systeme und Prozesse

Das Projekt steht nicht nur programmatisch für Synergien, auch während der Bauphase ließen sich verschiedene Gewerke und Prozesse aufeinander abstimmen und dadurch Zeit und Effizienz gewinnen. Die eingespielte Zusammenarbeit zwischen dem bauausführenden Unternehmen Leonhard Weiß aus Göppingen und des für die Region Ulm zuständigen Gerüstspezialisten Schäfer Gerüstbau dienten dem Projekt ebenso wie die Gerüst- und Schalungslösungen des Herstellers Peri.

Rund 5.000 Quadratmeter Fassadengerüst aus dem Peri-Up-Gerüstbaukasten kamen je Büroturm zum Einsatz. Dieses wurde baubegleitend mit dem Rohbau nach oben erweitert und im Zuge der Fassadenmontage unten abgebaut. Grundlage bildete das 1 Meter breite Modul, das mithilfe des Easy Stiels von der jeweils unteren Gerüstlage aus montiert und demontiert werden konnte, ohne die nötige Sicherheit zu gefährden. Die vorlaufende Montage erfolgte systemintegriert an der Gerüstinnenseite, es bedurfte also keiner zusätzlichen Bauteile. Der integrierte Gerüstknoten am Easy Stiel erlaubt außerdem den Anbau von Konsolen und außenliegenden Gerüsttreppen, aufwendige Rohr-Kupplungsarbeiten erübrigten sich laut Herstellerangaben.

Systembauteile für Konsolbühnen

Eine Besonderheit bei der Errichtung der Bauwerke stellten die stirnseitig auf Höhe der 3. Obergeschosse angebrachten Konsollagen dar. So konnte das südliche Baufeld etwa zum Ziehen der Spundwände freigehalten werden. Je Turm tragen zehn Konsolen, bestehend aus Systembauteilen der Marke Peri Variokit, in rund 15 Metern Höhe die zehn darüber angeordneten Gerüstlagen Peri Up. Die Konsolen wurden dabei auf die untere Brüstung aufgelagert und lediglich oben mittels Spannstahl DW 15 rückverankert. Zur Fixierung wurden ausschließlich die vorhandenen Ankerlöcher der Brüstungsschalung verwendet. Diese wiederum setzt sich aus liegend eingesetzten Schalungselementen der Marke Maximo zusammen. Die aufeinander abgestimmte Lösung aus Gerüst- und Schalungselementen verhinderte aufwendige Bohrungen für die Konsolenaufhängung, ebenso war der Lastabtrag auf die Bauwerksstatik abgestimmt. Die vormontierten Konsoleinheiten konnten zudem aus gesicherter Position angebracht werden.

Aus dem Fassadengerüst auskragende Absetzbühnen

Im Ulmer Bauprojekt hebt der Hersteller zudem die versetzt angeordneten Absetzbühnen hervor, die in das Fassadengerüst integriert waren und jeweils 1,5 Meter auskragten. In jeder zweiten Gerüstlage dienen die Bühnen als Lastplattformen zur Andienung, Lagerung und Vormontage der Fassadenelemente. Die Absetzbühnen wurden mithilfe von Knotendiagonalen ausgebildet, die das Gerüstteam ebenso wie die Horizontalriegel direkt am Gerüstknoten des Easy Stiels anschlossen. Auch hierbei entfielen aufgrund des Einsatzes von Systembauteilen aufwendige Rohr-Kupplungsarbeiten. Zudem dienten ebene, geschlossene Gerüstflächen ohne Stolperkanten oder Belagsspalten für die nötige Arbeitssicherheit.

Dank der Kombination der Baukastensysteme Peri Up und Variokit, die auf dem gleichen metrischen Systemraster basieren, sowie der frühzeitigen Synchronisation von Gerüstbau und Rohbau konnte das Projekt im geplanten Zeitrahmen umgesetzt werden.

Gerüstbauunternehmen: Schäfer Gerüstbau, Ulm; Bauunternehmen: Leonhard Weiß, Göppingen; Bauherr Immopact Universelle Ulm; Projektbetreuung: PERI, Weißenhorn

Fachwissen zum Thema

Arbeitsgerüste am Westflügel des Karlsruher Naturkundemuseums, das zum 300-jährigen Stadtjubiläum saniert und modernisiert wurde

Arbeitsgerüste am Westflügel des Karlsruher Naturkundemuseums, das zum 300-jährigen Stadtjubiläum saniert und modernisiert wurde

Gerüstarten

Arbeitsgerüste

Längenorientierte Gerüste kommen am häufigsten als Standgerüste für Fassadenarbeiten zum Einsatz

Längenorientierte Gerüste kommen am häufigsten als Standgerüste für Fassadenarbeiten zum Einsatz

Gerüstarten

Fassadengerüste

Abb. links oben und unten: Sperranker für einseitige Verankerung für Kletterschalungen; rechts oben und unten: Wellenanker als verlorener Ankerstab für die einseitige Verankerung für Kletterschalungen, Einsatz auch in Verbindung mit Konen möglich

Abb. links oben und unten: Sperranker für einseitige Verankerung für Kletterschalungen; rechts oben und unten: Wellenanker als verlorener Ankerstab für die einseitige Verankerung für Kletterschalungen, Einsatz auch in Verbindung mit Konen möglich

Klettersysteme

Verankerung von Kletterschalungen am Bauwerk

Surftipps

Kontakt Redaktion Baunetz Wissen: wissen@baunetz.de
Baunetz Wissen Schalungen und Gerüste sponsored by:
PERI | Kontakt 07309 / 950-0 | www.peri.de