Stairs a place to stay
Eine Spindeltreppe als Abschlussarbeit
Holz gehört zu den ältesten Baustoffen im Treppenbau. Traditionell wurden Holztreppen von Zimmerleuten und Handwerker*innen in Handarbeit gebaut. Heute werden die meisten Treppen industriell vorgefertigt. Für ihre Diplomarbeit mit dem Titel „Stairs a place to stay“ an der Universität für angewandte Kunst in Wien berief sich die Industriedesignerin Alice Klarwein auf die Tradition und entwarf eine clevere Spindeltreppe aus gepresstem Sperrholz.
Modulare Spindel
Die formschöne Treppe besteht aus mehreren übereinander gestapelten Modulen, die jeweils aus zwei Teilen zusammengesetzt sind: einem Träger und einer Stufe. Ersterer hat die Form eines Blütenblattes. Eine kreisrunde Aussparung an der Spitze des Trägers macht es möglich, dass dieser auf eine Spindel aufgefädelt werden kann. Die Stufe besteht aus einer L-förmig gebogenen Sperrholzplatte, die nach außen hin breiter wird. Durch ihre Biegung sind die Stufen auch gleichzeitig die Absturzsicherung der Treppe. Optisch entsteht so ein fächerartiger Effekt.
Formbar und stabil
Im Vergleich zu Massivholz ist Sperrholz leichter formbar und im Vergleich zu Metall leichter zu bearbeiten. Deshalb entschied sich Alice Klarwein für den modernen Verbundwerkstoff, der aus miteinander verleimten und verpressten Holzlagen besteht. Außerdem ist das Material sehr fest und formstabil – Eigenschaften, die vor allem im Treppenbau von Vorteil sind. Die Einzelteile hat die Absolventin im Robotics Lab ihrer Universität mit einem Industrieroboter gefräst. Anschließend wurden die Teile geschnitten, geformt und verklebt.
Da die einzelnen Module innen hohl sind, wiegt jedes von ihnen
nur 3,1 Kilogramm. Trotzdem sind die Stufen durch das Material und
ihre Formgebung sehr stabil. Im nächsten Schritt plant Alice
Klarwein den Bau eines kompletten Treppenlaufs, der über einen
längeren Zeitraum belastet und getestet werden soll.
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