Sozialwohnungsbauten Salvador Espriu II in Palma de Mallorca

Zweischaliges Mauerwerk aus regional abgebauten Marès-Steinen

In der Peripherie von Palma de Mallorca hat das Balearische Institut für Wohnungswesen IBAVI (Instituto Balear de la Vivienda) eine Siedlung mit drei Sozialwohnungsbauten realisiert. Dabei testete es zugleich neue Baumethoden und Materialien. Baunetz Wissen berichtete an dieser Stelle bereits über das Gebäude aus der ersten Bauphase. Direkt gegenüber erstellte das Institut zwei weitere Wohngebäude. Auch in diesen kam massives Mauerwerk aus lokalem Marès-Sandstein zum Einsatz.

Straßenseitig sind die Fassaden durch massive, gebäudehohe Stützen aus Marès-Steinen strukturiert, die die Fassaden im strengen, regelmäßigen Raster rhythmisieren.
Zwischen den Stützen findet jeweils genau eine Fenster- beziehungsweise Türöffnung Platz.
Die gemauerten Stützen bestehen aus 40 x 40 x 20 cm großen Marès-Steinen.

Zwei Loggien für jede Wohnung

In der zweiten Bauphase entstanden zwei zweigeschossige Riegel mit flach geneigtem Satteldach, die im rechten Winkel zueinander positioniert sind. An den Gebäuderückseiten liegen kleine private Gärten für die Wohneinheiten im Erdgeschoss. Straßenseitig sind die Fassaden durch massive, gebäudehohe Stützen aus Marès-Steinen strukturiert, die die Fassaden im strengen, regelmäßigen Raster rhythmisieren. Zwischen den Stützen findet jeweils genau eine Fenster- beziehungsweise Türöffnung Platz. Die zweiflügeligen Fenster und Türen sind teils als Sichtholzrahmen ausgeführt, teils salbeigrün gestrichen. Die Farbe findet sich auch in den außenliegenden Jalousien wieder.

Alle Wohnungen verfügen über je zwei Loggien – straßenseitig und gartenseitig. Da die Wohneinheiten im Obergeschoss keinen Gartenzugang haben, sind die Außenbereiche hier etwas großzügiger gestaltet. Alle Fenster- und Loggiaöffnungen sind durch ein schlichtes Geländer aus Armierungseisen gesichert. Im Garten und im Parterre kommt der Stahl als geschosshohes Pflanzenrank-Gitter zum Einsatz sowie als Einbruchschutz auch vor den Fenstern.


Loggien als Klimapuffer

In beiden Riegeln sind die Wohneinheiten jeweils durchgesteckt. Im Abstand von zwei beziehungsweise drei Stützen spannen sich die Wohnräume zwischen den Gebäudelängsseiten auf. Die ebenerdigen Wohnungen werden über die straßenseitigen Loggien erschlossen. Von dort gelangen die Bewohnerinnen und Bewohner in einen offenen Wohnbereich, der Richtung Garten zur Küche wird. Der Zutritt in den Garten im Hinterhof erfolgt über die rückwärtige Loggia. Die Außenbereiche fungieren als Klimapuffer und als räumliche Bindeglieder zwischen innen und außen und damit zwischen privaten und öffentlicheren Zonen. 


Die Wohnungen im Obergeschoss werden über ein Treppenhaus erschlossen. Alle Wohneinheiten verfügen über zwei bis drei Schlafzimmer. In beiden Geschossen ist die Holzbalkendecke beziehungsweise das Holzbalkendach sichtbar. Die Decken- und Dachunterseiten sind oberhalb der Holzbalken mit Spanholzplatten verkleidet. Die Schlafzimmertüren sind als scheunenartige Schiebetüren in unlackiertem Kiefernholz ausgeführt. Gemeinsam mit dem warmen Farbton des sichtbar belassenen Marès-Mauerwerks im Inneren entsteht eine helle und einladende Atmosphäre. Der Boden ist mit beigefarbenen Tonplatten in den Maßen 20 x 20 x 1,5 cm belegt, die den Farbton der Marès-Steine aufnehmen.  Der Grundriss ist so konzipiert, dass das Raumklima durch Querlüftung reguliert werden kann.

Sichtmauerwerk aus Marès-Steinen

Das Mauerwerk aus dem lokalen Marès ist sowohl innen als auch außen vollständig sichtbar belassen. Der poröse Stein reguliert Temperatur und Luftfeuchtigkeit und trägt zu einem angenehmen Wohnambiente bei. Er stammt aus einem lokalen Steinbruch und weist daher auch eine gute Ökobilanz auf.


Die Außenwände setzen sich aus zwei Mauerwerksschalen mit einer 10 cm dicken innenliegenden Dämmschicht aus recycelter Baumwolle zusammen. Die innere Schale besteht aus Steinen mit den Maßen 80 x 40 x 20 cm, die Steine der äußeren Schale sind mit 80 x 40 x 10 cm etwas kleiner. Die gemauerten Stützen bestehen aus 40 x 40 x 20 cm großen Marès-Steinen. Die tragenden Innenwände sind aus Steinen im Format 80 x 40 x 20 cm erstellt. Für die Wände von Schächten und Nasszellen kamen Steine im Format 80 x 40 x 10 cm zum Einsatz. -lw

Bautafel

Architektur: IBAVI (Instituto Balear de la Vivienda), Palma de Mallorca
Projektbeteiligte: Miguel Nevaldo (Tragwerk); Tomeu Alzina (Ingenieur); Construcciones Alea SL. (Bauunternehmer)
Bauherr*in: Instituto Balear de la Vivienda (IBAVI)
Fertigstellung: 2021
Standort: Palma de Mallorca, Spanien
Bildnachweis: Milena Villalba, Valencia

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