Sozialer Wohnungsbau La Quadrata in Dijon

Quadratisches Grundmodul, silberglänzende Hülle

Der soziale Wohnungsbau lohnt sich auch in Frankreich für die Unternehmen nur, wenn der Staat ausreichend Zuschüsse zahlt. Die Architektin Sophie Delhay wollte keine planerische und handelsübliche Massenware, sondern hat sich Gedanken gemacht, wie sich verdichteter Wohnraum attraktiv und bezahlbar gestalten lässt. Für das Projekt La Quadrata in Dijon erhielt die Pariser Architektin mit dem „Équerre d’Argent” einen bedeutenden französischen Architekturpreis in der Kategorie Wohnungsbau.

Ihm liegt ein quadratisches Modul zugrunde, aus dem sich die Wohnungen und der gesamte Baukörper zusammensetzen.
Das Modul (3,60 x 3,60 Meter) wurde innerhalb des festgelegten Rasters nach dem Baukastenprinzip zu 240 Räumen addiert.
Durch das Abtreppen der beiden Gebäudeschenkel wird der Baumasse die Wucht genommen.

In silberglänzendes Aluminium gehüllt, umfasst der terrassierte Gebäudekomplex 40 Wohnungen. Zugrunde liegt ein quadratisches Modul, aus dem sich die Wohnungen und der gesamte Baukörper zusammensetzen. Das Modul mit den Abmessungen 3,60 x 3,60 Meter wurde innerhalb des festgelegten Rasters nach dem Baukastenprinzip zu 240 Räumen addiert. So entstand eine Mischung aus Ein- bis Vierzimmerwohnungen. Neben Garage und Fahrradraum existiert zusätzlich noch ein etwa hundert Quadratmeter großer Gemeinschaftsraum im ersten Obergeschoss sowie eine gemeinsam nutzbare Dachterrasse.

Grundmodul auch für Loggia oder Terrasse

Durch das Abtreppen der beiden Gebäudeschenkel wird der Baumasse die Wucht genommen. Allen Wohnungen lässt sich zudem ein Quadrat als „Außenzimmer“ zuordnen – in Form einer Terrasse oder Loggia. Einige Wohnungen werden über diesen Freibereich erschlossen. Im Inneren sind alle Wohnungen so flexibel, dass sich über Schiebetüren Räume zuschalten und abtrennen lassen. So ließ sich Erschließungsfläche sparen, da die Räume ohne Flur ineinander übergehen. Im Raumprogramm fix definiert sind lediglich Bad und Küche.

Für jedes Zimmer plante die Architektin ein System aus Einbauschränken entlang der Außenwand. Damit ergeben sich breite Fensterbänke mit Nischen, den sogenannten Alkoven, die zum Sitzen, Liegen oder als Dekorationsfläche dienen. Die geschickte Platzierung der Einbauschränke ermöglicht eine freie Möblierung. Zur Grundausstattung jeder Wohnung gehören zudem schwarze und blickdichte Vorhänge, die den gleichwertigen Charakter aller Räume unterstreichen sollen. Dem zweigeschossigen Gemeinschaftsraum sind eine Küchenzeile und eine Sanitärzelle zugeordnet.

Dachterrassen und Aluminiumhülle

Die Fassadenbekleidung aus Aluminiumblech wurde durchgehend bis zur Brüstungshöhe über die Attika hochgezogen. Ab der Attika wechselt das Riffelblech zu Lochblech aus Aluminium. Unter der Attikaabdeckung aus Stahlblech ist eine gebogene Stahlschiene zur Befestigung der Brüstung aus verzinktem Stahl montiert. Bei den Loggien wurde das Lochblech bis zur Hälfte der Brüstung hochgeführt. Dies genügt als Absturzsicherung, um beispielsweise Pflanztöpfe auf der Attika abzustellen.

Als Terrassenbelag dienen helle Betonplatten in den Abmessungen 30 x 60 cm, die auf Stelzlagern direkt oberhalb der Dämmung verlegt wurden. Beton ist eine langlebige Lösung, das Material kann sich bei hohen Sommertemperaturen jedoch auch stark aufheizen. Auf der Decke der Tiefgarage sind vorgefertigte Sitzbänke aus Beton platziert, in denen die Wegbeleuchtung eingelassen ist. Um das Eindringen von Niederschlagswasser der Terrasse in die Wohnung zu verhindern, hat jeder Zugang eine ausreichend hohe Türschwelle. Jede Teilfläche wird separat über verdeckte Abläufe entwässert.

Bautafel

Architektur: Sophie Delhay Architecte, Paris
Projektbeteiligte: EVP, Paris (Tragwerksplanung); VPEAS, Bordeaux (Controlling); B52, Mouans-Sartoux (HLS-Planung); Verdi, Wasquehal (Leitungsplanung); Clara Berthet & JDM Paysagistes, Dijon (Freiraumplanung)
Bauherr: Dijon Habitat
Fertigstellung: 2019
Standort: 49 Avenue de Stalingrad, 21000 Dijon, Frankreich
Bildnachweis: Bertrand Verney

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