Sozialer Wohnungsbau in Cornellà de Llobregat

Fünf Obergeschosse in Holzmassivbauweise

Der Mangel an Wohnraum, insbesondere in Ballungsgebieten, führt dazu, dass zunehmend Sozialwohnungen gebaut werden müssen. Dass sich der nachwachsende und klimafreundliche Baustoff Holz aufgrund seiner positiven Eigenschaften und kurzen Bauzeiten dafür sehr gut eignet, zeigt ein Wohnbauprojekt in Cornellà de Llobregat, einer Vorortgemeinde rund 15 Kilometer südwestlich von Barcelona. Das Planungsbüro Peris+Toral Arquitectes realisierte hier ein freistehendes, sechsgeschossiges Wohngebäude mit insgesamt 85 Sozialwohnungen in Holzmassivbauweise.

Der begrünte Innenhof bietet eine beruhigte Freifläche innerhalb der dicht bebauten Umgebung.
Großflächige Metallgitter ersetzen die Brüstung.
Umlaufende Laubengänge an der Hofseite erschließen die Wohnungen.

Fünf Wohngeschosse um einen begrünten Innenhof

Die Kleinstadt wurde in den 1950er- und 60er-Jahren in kurzer Zeit erbaut, um Wohnraum für eine hohe Zahl an Einwanderern zu schaffen. Es entstanden dicht bebaute Flächen mit Wohnblöcken, aber wenig öffentliche Räume. Der Aufbau von sozialen Einrichtungen und Grünflächen hat in den letzten Jahren dazu beigetragen, das Stadtbild zu verbessern. Inmitten eines dieser dicht bebauten Wohngebiete befindet sich der Neubau in Holzbauweise, mit Außenmaßen von etwa 51 x 41 Metern und rund 10.000 Quadratmetern Nutzfläche.

Kultur, Läden und öffentliche Einrichtungen

Während das Unter- und Erdgeschoss in Massivbauweise aus Beton errichtet sind, kam für die darüberliegenden fünf Wohngeschosse Holz aus den Wäldern des Baskenlandes zum Einsatz. Im Untergeschoss befinden sich eine Parkgarage sowie zwei Säle, in denen Filmvorführungen stattfinden können. Sie erinnern an das ehemalige Cinema Pisa, das hier einmal stand. Das Erdgeschoss beherbergt Geschäfte und öffentliche Einrichtungen.

Über einen Vorplatz wird das Gebäude im Nordwesten erschlossen. Das Obergeschoss kragt hier weit über das Erdgeschoss hinaus, sodass ein überdachter Eingangsbereich entsteht. Acht Betonstützen sichern den Überhang und bilden einen geschützten Säulengang. Ein breiter Durchgang führt in den großzügig gestalteten und begrünten Innenhof, den alle Bewohnerinnen und Bewohner nutzen können: ein ruhiger Freiraum in der dicht bebauten Umgebung.

Variationen innerhalb des konstruktiven Rasters

Die Wohnungen sind um den Patio herum angeordnet. Sie werden über vier Erschließungskerne in den Gebäudeecken sowie umlaufende Laubengänge an der Hofseite erschlossen. Pro Etage gibt es 17 Wohneinheiten, differenziert in vier Varianten. Die Wohnungen bestehen aus fünf oder sechs Modulen (Konstruktionseinheiten innerhalb des Rasters), je nachdem, ob sie zwei oder drei Schlafzimmer haben. Im Zentrum jeder Wohneinheit befindet sich eine offene Küche. Jede Wohnung hat zur Straßenseite einen Balkon. Großflächige Metallgitter ersetzen die Brüstung.

Vorgefertigte Brettsperrholzelemente aus Monterey-Kiefer

Ab dem ersten Obergeschoss ist der Baukörper als konstruktiver Massivholzbau mit hohem Vorfertigungsgrad geplant. So ließ sich das Gebäude in kurzer Zeit errichten. Für Wände, Decken, Stützen und Träger kamen vorgefertigte, massive und unbehandelte Brettsperrholzelemente mit geschliffenen Oberflächen aus Monterey-Kiefer (Pinus radiata) zum Einsatz. Selbst die Treppenhauskerne sind gänzlich in Holz gefertigt. Die Kombination aus Stützen, Balken und massiven Brettsperrholzelementen gibt den tragen Kernen Stabilität. Eingesetzt wurden fünfschichtige, 150 mm starke CLT-Platten. Die Fassade bilden dreischichtige, 100 mm starke CLT-Platten sowie Leimbinder (Brettschichtholz) im Querschnitt von 400 x 360 mm. In den Wohnungen sind die Holzdecken zum Teil sichtbar belassen. Die Holzdielen der Böden bestehen ebenfalls aus Monterey-Kiefer.

Der Einbau von hocheffizienter Luftwärmeenergie reduziert den Energieverbrauch. Die Konstruktion mit tragender Fassade, Wänden und Decken in Holzmassivbauweise verhindert Wärmebrücken. Durch die Laubengänge zur Hofseite und die der Straße zugewandten Balkone ist eine Querlüftung der Wohnungen möglich, sodass auf eine Klimaanlage verzichtet werden kann. Dank effektiver Konstruktion ließ sich das Holzvolumen auf 0,24 m3 pro Quadratmeter bebauter Fläche optimieren.

Bautafel

Architektur: Peris+Toral Arquitectes, Barcelona
Projektbeteiligte: Manel Fernández, Meri Blanco, Barcelona (Statik); Sergi Soler, Barcelona (Akustik)
Bauherr/in: IMPSOL, lnstituto Metropolitano de Promoción de Suelo, Barcelona
Fertigstellung: 2021
Standort: 08940 Cornellà de Llobregat, Provinz Barcelona, Spanien
Bildnachweis: José Hevia www.josehevia.es

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