Solar Greenhouse bei Barcelona

Erforschung autarker Lebensformen

Eingebettet in die mediterrane Landschaft des Naturparks Collserola, am Stadtrand von Barcelona, befindet sich das Grundstück der Forschungseinrichtung Valldaura. Das vom Institute for Advanced Architecture of Catalonia (IAAC) geförderte Projekt erforscht Methoden, die einen autarken Lebensraum ermöglichen. ​​Herzstück des rund 135 Hektar großen Anwesens ist ein Bauernhaus aus dem 19. Jahrhundert, in dem Studierende und Forschende gemeinsam leben und arbeiten, den Wald bewirtschaften, Lebensmittel produzieren und Prototypen im Maßstab 1:1 entwickeln.

Das Gewächshaus befindet sich auf dem weitläufigen Gelände der Forschungseinrichtung Valldaura.
Herzstück der Anlage ist ein Bauernhaus aus dem 19. Jahrhundert; das Solar Greenhouse ist unterhalb davon an einem Hang errichtet.
Über einen Holzsteg wird das Obergeschoss erschlossen.

Erforscht werden unter anderem neue Materialien und technologische Systeme. Verwendet werden dabei lokale Ressourcen, um Energie, Lebensmittel und jede Art von Holzkonstruktionen zu produzieren. Um Wissen und Erfahrungen auszutauschen und weiterzugeben, finden hier Seminare und Konferenzen, Diskussionen und andere Aktivitäten statt.

Solarenergie und Lebensmittelanbau

Eines der Projekte wurde unterhalb des Bauernhauses an einem Hang realisiert: Das Solar Greenhouse ist ein besonderes Gewächshaus – es erzeugt Energie und erlaubt den autarken Anbau von Nahrungsmitteln. Die Umsetzung erfolgte durch ein Team von Studierenden und Fachleuten des Masterprogramms Advanced Ecological Buildings and Biocities (MAEBB) des IAAC. Ziel ist die Erprobung neuer Möglichkeiten, sich an veränderte Lebensbedingungen anzupassen und künftigen Nahrungsmittel- und Energiekrisen standzuhalten. Fortschrittliche Gewächshäuser, bei denen Solarenergie und nachhaltige Baumaterialien zum Einsatz kommen, können einen wichtigen Beitrag beim Thema Selbstversorgung leisten.

Das Gewächshaus ist zweieinhalb Meter breit, fünf Meter lang und an der höchsten Stelle rund sieben Meter hoch. Es besteht aus zwei Ebenen: Im Erdgeschoss erfolgt das Keimen der Pflanzen, während im Obergeschoss das Wachstum bis zur Erntereife stattfindet. Das Erdgeschoss wird im Süden und das Obergeschoss über eine Holzbrücke im Osten erschlossen. Als Baumaterial kam Kiefernholz zum Einsatz, das nachhaltig bewirtschaftet und regional verarbeitet wurde. Das Dach und die Wände bestehen aus Glas: Dadurch erhalten die Pflanzen viel direktes Tageslicht. Das Dach ist als steiles Pultdach ausgebildet.

Effektive Technologien und regionale Ressourcen

Die Sonnenkollektoren auf dem Dach sind diamantförmig, um das Tageslicht besonders effektiv absorbieren zu können. Für die guten Ernteerfolge ist neben dem architektonischen Konzept auch der Einsatz fortschrittlicher Hydroponik-Techniken verantwortlich. In den Pflanzbeeten befindet sich anstelle von Blumenerde ein Substrat. Dieses besteht zum Großteil aus recyceltem Sägemehl, einem Abfallprodukt des Green Fab Lab, einem weiteren IAAC-Labor in Valldaura. Ein System aus Lagertanks und Rohren versorgt die Pflanzen mit Nährstoffen. Mithilfe von Schwarzlicht aus LED-Lichtleisten soll das Wachstum der Pflanzen zusätzlich gefördert werden.

Das Projekt entspricht der sogenannten Null-Kilometer-Philosophie, das heißt, dass die Baumaterialien, das Wasser und das Substrat für den Betrieb aus der unmittelbaren Umgebung stammen. Die Lebensmittel sollen direkt von der Produktion zu den Verbraucherinnen gelangen, ohne eine zwischengeschaltete Lieferkette. Das Gewächshaus eignet sich für ländliche und urbane Gebiete.

Bildnachweis: Adrià Goula

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