Shenzhen Lotus Water Culture Base

Infrastrukturen vereint

Shenzhen Lotus Water Culture Base ist ein neu gestalteter Abschnitt im Honghu-Park. 1985 eröffnet, ist der Stadtpark nicht nur einer der ersten, die nach der Gründung der Sonderwirtschaftszone angelegt wurden, sondern durch seine Größe auch eine der bedeutendsten Grünanlagen für die Bewohner*innen von Shenzhen. Während der Honghu-Park für Lotosblumen, Silberreiher und einen Sumpfzypressenwald bekannt ist, beherbergt die öffentlich zugängliche Shenzhen Lotus Water Culture Base versteckt durch ihre großzügigen Teiche eine unterirdische Wasseraufbereitungsanlage. 

Der Stadtpark ist eine bedeutende Grünanlage für die Bewohner*innen von Shenzhen.
Mittlere und kleinere Lüftungsschächte, die Evakuierungstreppen beherbergen, wurden entweder begrünt oder durch begehbare Wege und Plattformen ergänzt. Dadurch entstanden vielfältige Erlebnisräume, die die Gestaltung des Parkes zusätzlich bereichern.
Den höchsten Lüftungsschacht haben die Planenden zu einer Plattform für Vogelbeobachtung umgestaltet.

Ökologische und gestalterische Aufwertung

Im Rahmen des Shenzhen Water Control and Quality Improvement Work Plan (2015–2020) wurde die Kläranlage errichtet, um die unzureichende Wasserqualität in der Megacity zu verbessern und die Abwasserprobleme infolge der dichten städtebaulichen Entwicklung zu bewältigen. Die Anlage kann jährlich rund 18 Millionen Kubikmeter häusliches Abwasser reinigen. Das aufbereitete Wasser dient der ökologischen Aufwertung des Naherholungsgebiets: Es stabilisiert den Wasserstand und verbessert die Wasserqualität im Honghu-Park sowie im angrenzenden Buji-Fluss. Für die landschaftliche Wiederherstellung der Oberfläche über der Anlage sowie die Gestaltung zusätzlicher, unterirdischer Büro- und Ausstellungsräume war das Büro Node Architecture & Urbanism verantwortlich.

Hybrid genutzte Lüftungsschächte

Für die Umsetzung musste Node ein Verständnis der technischen Anlagen und der Produktionsprozesse entwickeln, denn die Landschaft ist eng mit der darunterliegenden Infrastruktur verknüpft. Zentraler Aspekt der Planung war die nahtlose Integration der sichtbaren oberirdischen Komponenten, wie Lüftungs- und Brandschutzeinrichtungen, in die Freiraumgestaltung. Mithilfe einer skulpturalen Metallkonstruktion planten die Architekt*innen den höchsten Lüftungsschacht als Plattform für Vogelbeobachtung und avancierten ihn damit zu einem Wahrzeichen des Parks. Mittlere und kleinere Lüftungsschächte, die Evakuierungstreppen beherbergen, wurden entweder begrünt oder durch begehbare Wege und Plattformen ergänzt. Dadurch entstand ein vielfältiger Erlebnisraum. 

Tradition trifft zeitgemäßes Design

Für die gestalterische Umsetzung ließ sich das Büro von den traditionellen Lingnan-Gärten inspirieren. Auch als kantonesische Gärten bekannt und beheimatet in der südchinesischen Region Lingnan, stehen sie für einen der bedeutendsten Gartenstile Chinas. Die Region zeichnet sich durch ein weit verzweigtes Flussnetz, intensive Sonneneinstrahlung und regelmäßige Monsune aus, die eine üppige, subtropische Naturlandschaft hervorbringen. Charakteristische Elemente, wie Pagoden, Pavillons und Korridore, übertrugen die Planenden mit zeitgemäßer Designsprache und neuen Materialien im Honghu-Park.

Neubewertung städtischer Infrastruktur

Mit der Eröffnung im Jahr 2021, erhielt das Projekt den Namen Shenzhen Lotus Water Culture Base und entwickelt sich seither zu einem beliebten städtischen Erholungsort. Das architektonische und raumplanerische Projekt stellt laut Node den Versuch dar, unentbehrliche städtische Infrastruktur, wie Kläranlagen, „sowohl in spiritueller als auch ästhetischer Hinsicht neu zu bewerten und der Öffentlichkeit als Räume zugänglich zu machen.

Bautafel

Architektur: NODE Architecture & Urbanism (NODE)
Projektbeteiligte: Shenzhen Water (Group) Co., LTD (Generalunternehmer); The Urbanists Collaborative (Landschaftsarchitektur); China Municipal Engineering Southwest Design and Research Institute Co., LTD (Tragwerksplanung); Shenzhen Light (Lichtberatung)
Standort: Shenzhen, China
Fertigstellung: 2021
Bildnachweis: Zhang Chao

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