Schrittweise von der Brennwerttechnik zur Wärmepumpe

Hybridkessel ermöglichen stufenweisen Wechsel von einer Gas- oder Ölheizung zur Wärmepumpe.

Die Modernisierung einer Heizungsanlage will gut geplant sein. Insbesondere bei älteren Gebäuden kann sie mit einer umfassenden energetischen Sanierung verbunden sein. Wer Investitionen und baulichen Aufwand über mehrere Jahre verteilen möchte, kann zunächst die bestehende Heiztechnik austauschen und die Umstellung auf regenerative Wärme zu einem späteren Zeitpunkt ergänzen. Dafür bietet Buderus zwei Wärmepumpen-Hybridkessel an: Der Logano plus KBH192i ist für den Betrieb mit Gas ausgelegt, der Logano plus KBH195i für Heizöl.

Logano plus KBH195i (im Bild) ist für den Betrieb mit Heizöl ausgelegt, KBH192i für den Betrieb mit Gas und etwa ab 2029 – sobald die Umrüstsets verfügbar sind – mit 100% Wasserstoff.
Auf der Rückseite des Geräts kann die Hydraulikgruppe angebracht werden, mit der sich das Gerät direkt mit einer Wärmepumpen-Außeneinheit verbinden lässt.
Der Gas-Wärmepumpen-Hybridkessel lässt sich im letzten Schritt der Modernisierung durch einen Heizstab ergänzen und wird dadurch zu einer vollständigen Wärmepumpen-Inneneinheit.

Beide Geräte verbinden Brennwerttechnik mit Wärmepumpentechnik. Eine werkseitig integrierte Hybrid-Hydraulikgruppe auf der Rückseite des Brennwertkessels ermöglicht den direkten Anschluss einer Wärmepumpen-Außeneinheit. Eine zusätzliche Inneneinheit ist daher nicht erforderlich. Vorkonfektionierte Komponenten sollen die Montage vereinfachen; für die Installation ist laut Hersteller kein Kälteschein erforderlich.

Der KBH192i ist in den Leistungsgrößen 15, 22 und 30 kW erhältlich, der KBH195i in 19 und 25 kW. Die Regelung übernimmt der werkseitig integrierte Hybridmanager IHM200. Er steuert das Zusammenspiel der beiden Wärmeerzeuger abhängig von der gewählten Betriebsstrategie. Dabei können unter anderem die Energiepreise oder möglichst lange Laufzeiten der Wärmepumpe berücksichtigt werden.

Über das LAN- oder Funkmodul MX400 lassen sich die Heizsysteme zudem mit Zustimmung der Eigentümer*innen über das Webportal Buderus ConnectPRO überwachen. Fachbetriebe können dort Betriebsparameter anpassen und bei bestimmten Störungen eine Ferndiagnose beziehungsweise -behebung vornehmen.

Schrittweise zur Wärmepumpe

Die beiden Hybridkessel sind für einen schrittweisen Wechsel von fossilen Brennstoffen zu elektrischer Wärmeerzeugung konzipiert. Brennwertkessel, Hydraulik, Regelung und Wärmepumpen-Außeneinheit sind dabei aufeinander abgestimmt. Der Umbau kann in drei Phasen erfolgen.

Phase 1: Brennwertkessel
Zunächst lassen sich beide Wärmeerzeuger als konventionelle Gas- beziehungsweise Öl-Brennwertkessel einsetzen. Sie sind für den direkten Kesseltausch in Ein- und kleinen Mehrfamilienhäusern vorgesehen und stellen nach der Installation Heizwärme und Warmwasser bereit.

Phase 2: Hybridbetrieb
Für den nächsten Schritt wird die montagefertige Hybridhydraulik am Kessel installiert und eine Wärmepumpen-Außeneinheit, beispielsweise eine WLW MB AH H, angeschlossen. Anschließend können Wärmepumpe und Brennwertkessel gemeinsam betrieben werden. Die Wärmepumpe übernimmt dabei möglichst die Grundlast, während der Gas- oder Ölkessel bei höherem Wärmebedarf zugeschaltet wird. Das kann beispielsweise bei Spitzenlasten oder bei der Warmwasserbereitung der Fall sein. Auf diese Weise lässt sich der Einsatz des fossilen Energieträgers reduzieren.

Phase 3: Elektrische Wärmepumpe
In einem dritten Schritt kann der Hybridkessel zu einer rein elektrisch betriebenen Wärmelösung umgerüstet werden. Dafür wird der Brenner durch einen elektrischen Zuheizer mit 9 kW Leistung ersetzt. Hydraulik, Regelung und die Verbindung zur Wärmepumpen-Außeneinheit bleiben erhalten. Besonders interessant kann diese Betriebsweise sein, wenn ein großer Teil des benötigten Stroms aus einer eigenen Photovoltaikanlage stammt.

Hersteller: Buderus, Wetzlar

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