Schallfenster

Klangarkaden, Schallluken, Schallarkaden

Schallfenster sind das Gegenteil von Schallschutzfenstern. Ihre Aufgabe ist es nämlich gerade nicht, Schall mit Absorption- und Reflexionsmaßnahmen zu dämmen. Stattdessen sollen sich Geräusche so weit wie möglich verteilen können. Bei diesen Geräuschen handelt es sich um Töne und Klänge von Kirchenglocken sowie um Warn- und Alarmsignale beispielsweise von Sirenen und Hupen, die optimal an Hochpunkten wie Türmen, Giebeln oder Masten angeordnet sind. In der Luft als Medium werden diese Wellen physikalisch als Longitudinalwellen wirksam und können in bis zu mehreren Kilometern Entfernung hörbar sein.

Die Größe der Öffnungen hängt sowohl von der Turmkonstruktion, als auch von den Glocken und ihrer Anzahl ab. Im Bild: St. Matthias am Winterfeldtplatz, Berlin
Schallfenster in Kirchtürmen sind überwiegend stehende Öffnungen, die zu Zwillings- oder Drillingsfenstern gebündelt sind. Im Bild: Kirche am Südstern, Berlin
Das Glockenläuten erzeugt Schallpegel zwischen 70 db(A) und 80 db(A). Im Bild: St. Bartholomäus in Friedrichshain, Berlin

Ausführung und Gestaltung

Die auch Schallluken, Klangarkaden oder Schallarkaden genannten Schallfenster kommen überwiegend in Kirchtürmen vor. Hier sind es meist stehende Öffnungen, die zu Zwillings- oder Drillingsfenstern gebündelt sind. Wie bei „normalen“ Fenstern sind die Konturen häufig besonders betont, beispielsweise mit plastisch verzierten Laibungen, Archivolten, Spitzbögen oder Sohlbänken. Zwar sind diese Öffnungen nicht mit Glas oder ähnlich planen Füllungen geschlossen, doch sind manchmal schräg nach unten gekippte Lamellen aus Holz oder Metall als Regenschutz der Glocken eingefügt.

Kirchenglocken

Die Größe der Schallöffnungen hängt sowohl von der Konstruktion des Turms mit Glockengeschoss, Balkenwerk, Dach- respektive Glockenstuhl ab als auch von der Größe und Anzahl der Glocken. In Kirchtürmen sind bis zu 20 Glocken aufgehängt, wobei sich in Carillons, also in Glockenspielen, noch wesentlich mehr Glocken befinden können. Die Petersglocke im Kölner Dom, die auf einer Höhe von 53 m hängt, gilt mit einem Durchmesser von 3,22 m und einer Höhe von 3,20 m als die größte und schwerste Glocke in Deutschland.

Schallpegel

Physikalisch sind Glocken unten offene Rotationskörper aus Bronze, Messing oder Gussstahl. Das Läuten ist eine Kombination aus Schwingen und Schlagen mit einem Klöppel oder Schlaghammer und erzeugt Schallpegel zwischen 70 db(A) und 80 db(A). Als Spitzenpegel wurden aber auch schon 90 db(A) und mehr gemessen. In der Tonhöhe und Frequenz aufeinander abgestimmte Glocken können harmonische Akkorde in Anlehnung an die Liturgie erzeugen, beispielsweise in C-Dur oder g-Moll. Dissonantes Geläut wird dagegen als Warnmeldung gehört und interpretiert.

Glockenläuten zu Bet- und Gottesdienstzeiten gilt als sakrales Geräusch und ist im Rahmen der Religionsfreiheit durch das Grundgesetz geschützt. Profanes Glockengeläut, etwa zur akustischen Markierung von Uhrzeiten, steht dagegen oft als Ruhestörung in der Kritik.

Warn- und Alarmfunktion

In Deutschland wurde in den letzten Jahrzehnten das Sirenenwarnnetz an öffentlichen Gebäuden wie Rathäusern, Schulen und Bahnhöfen demontiert. Die Alarmfunktion von Sirenen wurde auf digitale Benachrichtigungen über Smartphones sowie Meldungen im Radio oder Fernsehen verlagert. Seit 2021 werden allerdings durch Sonderförderprogramme Sirenen wieder als Teil der zivilen Katastrophenwarnung reaktiviert. -sj

Fachwissen zum Thema

Verglasungen aller Art müssen bauphysikalisch eine Reihe von Schutzanforderungen erfüllen. Das gilt zugleich für Glasfelder in Türen, Glastüren, Verglasungen in Fenstern, Wintergärten, Atrien oder Fassaden sowie für Oberlichter, Dachfenster oder sonstige großflächige Überkopfverglasungen.

Verglasungen aller Art müssen bauphysikalisch eine Reihe von Schutzanforderungen erfüllen. Das gilt zugleich für Glasfelder in Türen, Glastüren, Verglasungen in Fenstern, Wintergärten, Atrien oder Fassaden sowie für Oberlichter, Dachfenster oder sonstige großflächige Überkopfverglasungen.

Bauphysik

Anforderungen an Verglasungen

Zeitgenössische Archivolte von Graft, "Bricks", Berlin 2021

Zeitgenössische Archivolte von Graft, "Bricks", Berlin 2021

Konstruktion/​Funktion

Archivolte

Bei einem stehenden Fenster ist die Fensterhöhe ein Vielfaches der Fensterbreite, während bei einem liegenden Fenster die Fensterbreite um ein Vielfaches größer ist als die Fensterhöhe (im Bild: stehendes Fenster in einer Metallhaut).

Bei einem stehenden Fenster ist die Fensterhöhe ein Vielfaches der Fensterbreite, während bei einem liegenden Fenster die Fensterbreite um ein Vielfaches größer ist als die Fensterhöhe (im Bild: stehendes Fenster in einer Metallhaut).

Fensterarten

Stehende und liegende Fenster

Typen von Zwliingsfenstern in einem repräsentativen Bau aus der Zeit des Historismus

Typen von Zwliingsfenstern in einem repräsentativen Bau aus der Zeit des Historismus

Fensterarten

Zwillingsfenster

Bauwerke zum Thema

Das Münchner Wohn- und Geschäftshaus planten allmannwappner Architekten.

Das Münchner Wohn- und Geschäftshaus planten allmannwappner Architekten.

Wohnen/​MFH

Quartierszentrum an der Paul-Gerhardt-Allee in München

Die 125 Wohnungen einschließlich der weiteren Nutzungen verteilen sich auf ein Ensemble aus drei Gebäuden entlang der Aubinger Allee.

Die 125 Wohnungen einschließlich der weiteren Nutzungen verteilen sich auf ein Ensemble aus drei Gebäuden entlang der Aubinger Allee.

Wohnen/​MFH

Wohnbebauung Aubinger Allee in München-Freiham

Kontakt Redaktion Baunetz Wissen: wissen@baunetz.de
Baunetz Wissen Fenster und Türen sponsored by:
Solarlux GmbH | Kontakt +49 5422 9271-0 | www.solarlux.com