Sanierung von Natursteinen

Sanierung von Natursteinen

Michael Stahr, Klaus-Peter Radermacher, Klaus-Michael Rohrwacher, Lars Rohrwacher

Erfassen – Sanieren – Recht
Springer Vieweg, Wiesbaden 2022
2. Auflage, 566 Seiten

Preis: 99,99 EUR (Hardcover) / 79,99 EUR (eBook)

ISBN 978-3-658-30626-7 (Hardcover) / 978-3-658-30627-4 (eBook)

Wie entstehen Erguss- wie Sedimentgesteine? Was geschieht bei der Verwitterung von Naturstein? Welche Folgen hat das für Fassaden aus diesem Material? Erläuterungen dazu bilden den Auftakt des Buches Sanierung von Natursteinen von Michael Stahr, Klaus-Peter Radermacher, Klaus-Michael Rohrwacher und Lars Rohrwacher. Die beschriebenen Veränderungen der Oberflächenbeschaffenheit an Bauwerken sind durch Fotos veranschaulicht. Der wohl größte Feind historischer Bausubstanz sind Salze: Calcium-, Natrium- und Magnesiumsulfate, aber auch -chloride, -nitrate und -carbonate. Sie können auf ganz unterschiedliche Weise an bzw. in die Steine gelangen und die Substanz schädigen.

Entscheidend für die Schadensanfälligkeit von Naturstein ist seine Porösität. Zu den Schadensbildern gehören Absanden, Absprengungen, Ausblühungen oder Auslaugung, die näher beschrieben werden. Wie vollzieht sich eine Bestandserfassung und was gehört alles dazu? Auch das erfahren die Leserinnen und Leser des Fachbuches.

Das dritte Kapitel „Gewinnung – Abbau – Bearbeitung“ ist mit zahlreichen Farbfotos illustriert. Darin heißt es, dass es sich zur Instandsetzung historischer Gebäude alleine kaum lohne, Steinbrüche in Deutschland zu betreiben. Nur wenn auch zeitgenössische Bauwerke mit Naturstein geplant werden, ist das wirtschaftlich sinnvoll. Sowohl die Dauerhaftigkeit, eine hohe Qualität und Vielfalt, als auch kurze Transportwege sprechen für den Einsatz. So plädieren die Autoren für eine verstärkte Nutzung und Wieder-Erschließung von Steinbrüchen bzw. Werksteinlagerstätten hierzulande und erläutern, wie das am besten ginge.

Das nächste Kapitel behandelt zunächst die Entnahme von Materialproben für eine exakte Analyse. Verschiedene Erhaltungsmaßnahmen sind aufgeführt: von der Vorfestigung über die Steinergänzung bis zur Hydrophobierung. Auch die unterschiedlichen Begriffe, z. B. Renovierung, Restaurierung und Konservierung, werden erläutert. Anschließend geht es in die Tiefe, wenn Reinigungsprozesse, Imprägnierungen, aber auch Grenzen solcher Anwendungen aufgezeigt werden. Auch handwerklich konstruktive Maßnahmen einschließlich der dazugehörigen Werkzeuge sind im Einzelnen beschrieben.

Besonders anschaulich dargestellt sind verschiedene Arten der Oberflächenbearbeitung von Natursteinen wie Polieren, Spitzen, Stocken, Zahnen, Scharrieren. Ein zentrales Thema ist das Mauerwerk in seinen verschiedenen Ausführungsformen, gefolgt von Natursteinplatten auf dem Boden und an Fassaden. Ein längerer Abschnitt ist den Treppen gewidmet, wobei die Rutschsicherheit gesondert betrachtet wird. 

In einem kurzen Abschnitt beschäftigen sich die Autoren mit dem Dach- und Wandschiefer. Die Darstellung beispielhafter Sanierungen an ganz unterschiedlichen Bauwerken nimmt ein großes Kapitel ein, wobei die Ausführungen mal mehr und mal weniger detailliert und bebildert sind. Es folgt eine Darstellung der Berufe in Verbindung mit Natursteinen über die Jahrhunderte und diverse Bauepochen, bis hin zur Beschreibung des Handwerks des Steinmetzes und Steinbildhauers bzw. deren Tätigkeiten heute. Das letzte Kapitel behandelt rechtliche Grundlagen wie den Bauvertrag, die Bauabwicklung, Dokumentation, Vergütung und Nachträge. Hier geht es weiter ins Detail, zu Abrechnung und Zahlung bis hin zu Mängelansprüchen – beispielhafte Gerichtsurteile werden zitiert. Die Bauproduktenverordnung und Pflichten der Hersteller sind ebenfalls Teil des Kapitels „Rechtliche Grundlagen“.

Das zehnte und letzte Kapitel behandelt die Fachbegriffe, die mal knapp und mal ausführlicher erläutert werden: von A wie Abbaumethoden über G wie Gewölbe und P wie Probewürfel bis Z wie Zungenstein. Richtlinien und Merkblätter sind als Anhang aufgelistet, ein Stichwortverzeichnis schließt das Buch ab. Für alle, die im Handwerk mit Naturstein zu tun haben, aber auch für Planerinnen und Planer ist es als Nachschlagewerk hilfreich: Es bietet einen umfassenden Überblick der Methoden und Verfahren, geht aber nicht immer in die Tiefe. -us

Fachwissen zum Thema

Die für öffentlich genutzte Flächen vorgeschriebenen Rutschwiderstände werden sowohl von bruchrauen als auch spaltrauen Schieferplatten erfüllt.

Die für öffentlich genutzte Flächen vorgeschriebenen Rutschwiderstände werden sowohl von bruchrauen als auch spaltrauen Schieferplatten erfüllt.

Werkstoff Schiefer

Rutschsicherheit

Ein Prüfzeugnis dient als Nachweis, ob eine Schiefersorte die notwendige Frostbeständigkeit aufweist.

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Verlegemuster/​-arten

Schieferböden: Verlegung im Freien

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