Sanierung Raiffeisenbank in Au

Hinterlüftete Holzfassade und helle Innenräume

Eine starke Präsenz im Ortszentrum verliehen firm Architekten aus Lustenau der Raiffeisenbank Mittel- und Hinterbregenzerwald in der kleinen österreichischen Gemeinde Au. Im Zuge einer umfassenden Sanierung wurde das Gebäude an der Faschina Straße nicht nur energetisch ertüchtigt – auch der Haupteingang ist neu ausgerichtet, die Innenarchitektur nach dem Umbau hell und modern. Offene, lichtdurchflutete Räume und viel Holz zeichnen das Projekt aus. Verwendet wurden heimische Hölzer, was ökologisch sinnvoll ist und an die lange Holzbaukultur des Bregenzerwaldes anknüpft.

Das Gelände fällt von Süden nach Norden ab, sodass das Erdgeschoss auf der Südseite in den Hang integriert ist.
Für den Sockel kamen vertikal angeordnete Fichtenholzbohlen zum Einsatz.
Das Logo der Raiffeisenbank ist ornamental in die Holzbohlen eingefräst.

Holzfassade ergänzt massives Bestandsgebäude 

Das 1996 errichtete, zweigeschossige Gebäude mit Satteldach ist als Massivbau aus Ziegelwänden und Betondecken errichtet. Der Rohbau und das Dach bleiben erhalten. Im Zuge der Sanierung erhielt das Gebäude eine neue, hinterlüftete Holzfassade mit Holzfaserdämmung. Zudem umfasste die energetische Ertüchtigung neue Holzfenster, Kühldecken und eine Photovoltaikanlage. Der Heizwärmebedarf ließ sich damit auf rund 44 kWh/(m²·a) reduzieren. 

Das Gelände fällt von Süden nach Norden ab, sodass das Erdgeschoss auf der Südseite in den Hang integriert ist. Von außen ist die Eingangsebene mit vertikal angeordneten Fichtenholzbohlen gestaltet, in die das Logo der Raiffeisenbank ornamental eingefräst ist. Ab dem ersten Obergeschoss besteht die Fassade aus Fichtenholzschindeln. Durch den Wechsel der Holzschalung zu Rundholzschindeln erhält das Gebäude ein markantes Erscheinungsbild. 

Unbehandelte Holzoberflächen für helle Räume 

Der nördlich gelegene Haupteingang führt in eine helle Eingangshalle mit Servicezone, Schalter und Empfang. Im Obergeschoss sind die Beratungsräume angeordnet, ergänzt durch einen vorgelagerten Aufenthalts- und Wartebereich. Dank der Hanglage haben die Mitarbeitenden aus dem Aufenthaltsraum einen direkten Zugang ins Freie.

Holz prägt auch die Innenräume: naturbelassene Weißtannenpaneele an den Wänden, eine weiß lasierte Akustiklattendecke aus Tanne sowie Möbeloberflächen aus Ulmenholz schaffen eine warme und zeitgemäße Atmosphäre. Die Akustikdecke verfügt zusätzlich über eine integrierte Kühlfunktion. Die teils strukturierten Holzoberflächen tragen wesentlich zu einem angenehmen Raumklima bei, da das Holz temperatur- und feuchteausgleichend wirkt.

Ein Werk des Künstlerduos Fulterer-Scherrer an zentraler Stelle (im Luftraum nahe des Treppenaufgangs abgehängt) rundet das Projekt ab: Gemeinsam mit regionalen Handwerkern schufen sie Kunst am Bau, welche die enge Verknüpfung mit der lokalen Baukultur sichtbar machen soll.

Bautafel

Architektur: firm Architekten, Lustenau
Projektbeteiligte: Gabriele Fulterer & Christine Scherrer (Kunst am Bau)
Bauherr/in: Raiffeisenbank Mittel- und Hinterbregenzerwald
Fertigstellung: 2024
Standort: Lisse 94, 6883 Au, Österreich
Bildnachweis: Adolf Bereuter

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