Sanfte Stadterneuerung Revisited

Fotoserie: Wem gehört der öffentliche Raum? Frauenalltag in der Stadt.
Planung mit Kleinkind ...
... und mit Mütze

Sanfte Stadterneuerung Revisited

Katharina Kirsch-Soriano da Silva, Judith M. Lehner u. Simon A. Güntner (Hrsg.)

Wiener Handlungsstrategien für den Bestand
Jovis Verlag, Berlin 2024
160 Seiten, 50 s/w Abb., 37 farb. Abb., 20 × 26 cm, Broschur

Preis: 42 EUR

ISBN 978-3-98612-153-2

Besucher*innen, die heute nach Wien kommen, können sich oft kaum vorstellen, dass die mondäne österreichische Hauptstadt in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts als „grau, trist und verwahrlost“ beschrieben wurde. Die Schäden des Zweiten Weltkriegs hielten sich in Grenzen, die Stadtentwicklung in der Nachkriegszeit konzentrierte sich im Sinne eines „funktionalistischen Fordismus“ vor allem auf die Stadterweiterung, während die inneren Bezirke mangels Investitionen zunehmend verkamen. Als Reaktion darauf entstand die sogenannte Sanfte Stadterneuerung.

Der Begriff beschreibt einen Paradigmenwechsel: weg von Abriss und Neubau, hin zu einer sozial verträglicheren Sanierung des Bestands. Aus anfänglichen Experimenten im Rahmen von Pilotprojekten wurde „schrittweise ein ausdifferenziertes Instrumentarium aus rechtlichen, finanziellen, baulichen, ökologischen und sozialen Maßnahmen, das sich zur Sanften Stadterneuerung zusammenfügte“, heißt es im Vorwort des Buches Sanfte Stadterneuerung Revisited. Entwickelt und getragen wurde dieses „über Abteilungsgrenzen und Dienststellenzuständigkeiten hinweg“, gleichsam einem „Ausloten und Ausprobieren, einem Aushandeln zwischen verschiedenen Akteur*innen und Interessen“. Aus dem Ausprobieren und Ausloten ist längst ein vielfach ausgezeichnetes Förderprogramm zur Wohnhaussanierung und partizipativen Gebietsbetreuung geworden.

Das vorliegende Buch unterzieht die Programmatik einer interdisziplinären Neubetrachtung- und bewertung. Wie wurde die Sanfte Stadterneuerung umgesetzt? Was hat sie bewirkt? Anhand von fachlichen Textbeiträgen, Interviews mit Wegbegleiter* innen, exemplarischen Haus- und Grätzelbiografien sowie Statements zur Zukunft der Stadterneuerung zeichnet der Band die Wurzeln der Sanften Stadterneuerung nach. Es zeigt, wie das Modell heute noch als Vorbild für urbane Transformationsprozesse dienen kann, die unter dem Druck von Klimakrise und Wohnraumverknappung stehen. 

Fachwissen zum Thema

Der Mangel an bezahlbaren Wohnraum ist, vor allem in Metropolregionen, Ballungsräumen sowie Groß- und Universitätsstädten, mittlerweile ein bekanntes Problem.

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Die Anforderungen an den bauliche Brandschutz sind abhängig von der Nutzung des Gebäudes sowie der Gebäudehöhe und Größe der Nutzungseinheiten und werden in den aktuellen Landesbauordnungen über die Gebäudeklassen definiert. Im Bild der Werkhof L.57 in Berlin-Moabit.

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