Rollerwaves

Während des thermischen Vorspannprozesses werden die Gläser unter ständiger Bewegung auf Rollen durch den Vorspannofen geführt. Bedingt durch das Eigengewicht des Glases, den viskoelastischen Eigenschaften des Glases im hohen Temperaturbereich und einem nicht vollständig homogenen Abkühlprozess, kommt es zu sogenannten örtlichen Verwerfungen – umgangssprachlich als Rollerwaves bezeichnet. Optisch sind diese als wellen- und linienförmige Unregelmäßigkeiten wahrnehmbar, insbesondere bei Betrachtung in der Reflexion von geometrisch geraden Strukturen (z. B. Spiegelbild des Nachbargebäudes, etc.). 
Örtliche Verwerfungen können häufig auf folgende Gründe zurückgeführt werden: 

  • Zu hohe Temperatur des Glases beim Übergang zwischen Ofen und Kühlbereich
  • identischer Umkehrpunkt während der oszillierenden Bewegung des Glases im Vorspannofen 
  • Rollenabstand
  • zu langsamer Übergang vom Ofen in den Kühlbereich
Die normativen Vorgaben in den europäischen Produktnormen für ESG (DIN EN 12150), heißgelagertes ESG (DIN EN 14179) und TVG (DIN EN 1863) lassen relativ große Rollerwaves von bis zu 0,3/300 mm zu (unbeschichtetes Floatglas nach DIN EN 572). Erfahrungsgemäß sind örtliche Verwerfungen bei Ausnutzung der Toleranzen am Objekt sehr gut sichtbar. Daher sind bei Gebäuden, bei denen die optische Qualität eine besondere Rolle spielt, die Toleranten objektspezifisch auf Grundlage einer Bemusterung zu begrenzen. Als praktikabel hat sich hierbei die Faustregel halbe Norm (= 0,15 mm/300 mm) erwiesen.

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