Richtig heizen und lüften

Angenehm warme Wohnräume und gute Luftqualität

Mit einem Anteil von siebzig Prozent ist Heizen mit Abstand der größte Energieverbraucher und CO₂-Verursacher in deutschen Haushalten. Vor dem Hintergrund steigender Energiepreise und des Klimawandels stellt sich dementsprechend die Frage, wie sich am besten Energie sparen lässt, ohne auf Komfort zu verzichten. Dabei reichen oft schon ein paar einfache Maßnahmen und das richtige „Heizverhalten“, um den Energiebedarf wirkungsvoll zu senken.

Ob digital oder analog: Einen großen Einfluss auf die benötigte Energie zur Raumerwärmung hat die an den Heizkörperthermostaten eingestellte Temperatur.
Werden Wohnung oder Haus über eine kontrollierte Wohnungslüftung mit Frischluft versorgt, müssen die Bewohner nicht selbst lüften. Ein Vorteil: Dezentrale Wohnungslüftungssysteme wie das Logavent HRV136 D von Buderus gewinnen dabei bis zu 85 Prozent der Wärme zurück. Sie lassen sich zudem gut nachrüsten.

Raumtemperatur reduzieren

Wenn es ums Einsparen beim Heizen geht, wird an erste Stelle oft die Reduktion der Raumtemperatur genannt. Unter 16 °C sollte die Raumtemperatur jedoch nicht gesenkt werden, weil sonst die Gefahr von Schimmelbildung besteht. Das Umweltbundesamt empfiehlt folgende Werte:

  • Wohnzimmer: 20 °C
  • Küche: 18 °C
  • Schlafzimmer: 17 °C

Thermostat einstellen

Die gewünschte Raumtemperatur stellt man je nach System über ein Wandthermostat oder individuell über das Thermostatventil am Heizkörper ein – Stufe 3 entspricht dabei in der Regel 20 °C. Gut zu wissen: Es wird nicht schneller warm, wenn man auf die höchste Stufe stellt. Allerdings wird dann deutlich mehr Energie verbraucht. Am besten ist also, gleich die gewünschte Temperatur einzustellen. Räume, in denen sich niemand aufhält, müssen nicht oder nur wenig beheizt werden.

Entlüften und hydraulischer Abgleich

Sind Gluckergeräusche in den Heizkörpern zu hören oder werden diese nicht richtig warm, kann das ein Hinweis auf Luft im System sein. Die Luft im Rohrsystem verhindert die gleichmäßige Verteilung der Wärme, sodass bis zu 15 Prozent mehr Energie benötigt wird, um die Räume auf die gewünschte Temperatur zu bringen. In diesem Fall hilft Entlüften, möglichst zu Beginn der Heizperiode an allen Heizkörpern im Haus, von unten nach oben. Schafft das keine Abhilfe, ist vermutlich ein hydraulischer Abgleich des Heizsystems notwendig – für den man sich an einen Heizungsinstallateur wenden sollte.


Nachtabsenkung nutzen

Ob sich die Absenkung der Heizleistung (und somit der Raumtemperatur) zur Schlafenszeit energetisch lohnt, hängt sehr vom jeweiligen Gebäude und auch vom verbauten Heizsystem ab. Pauschal gilt: Je schlechter das Haus gedämmt ist, desto mehr bewirkt die Nachtabsenkung. Je schneller die Wärme durch die Gebäudehülle beim Durchheizen also verloren geht, desto eher lohnt sich das nächtliche Absenken und morgendliche Aufheizen. Oftmals sind gut gedämmte Wohnbauten auch mit Flächenheizungen ausgestattet, die mit niedrigeren Vorlauftemperaturen arbeiten und daher „träger“ sind, die Räume also langsamer erwärmen als herkömmliche Heizkörper, weshalb eine Nachtabsenkung auch nicht sinnvoll ist. Entscheidet man sich für eine Nachtabsenkung, sollte der Unterschied zur Tagestemperatur ungefähr drei Grad betragen, damit die Maßnahme wirkungsvoll ist, die Räume aber nicht zu sehr auskühlen.

Rollläden schließen

Geschlossene Rollläden bilden eine weitere, leicht wärmedämmende Schicht vor den Fenstern. Auch das Zuziehen von schweren Vorhängen kann dazu beitragen, dass es im Haus länger warm bleibt.

Heizkörper freihalten

Herkömmliche Heizkörper erwärmen den Raum auf zwei Arten gleichzeitig: durch Erwärmung der Luft sowie durch Strahlungswärme. Die erwärmte Luft muss sich im Raum verteilen können, was zu lange Vorhänge verhindern können. Auch Möbel oder der Wäscheständer vor dem Heizkörper behindern die Strahlungswärme. Heizkörper müssen also möglichst frei bleiben, um Energie zu sparen.

Türen schließen

Einfach, aber allzu oft vergessen: Wer nicht konsequent die Türen beheizter Zimmer schließt, heizt meist unnötig den Flur oder andere, selten benutzte Räume mit.

Heizung warten

Sind das Heizsystem oder Teile davon verschmutzt, beeinträchtigt das die Effizienz und erhöht die Heizkosten. Eine jährliche Wartung durch den SHK-Fachbetrieb stellt nicht nur den optimalen Betrieb sicher, sondern beugt auch möglichen, teure Folgeschäden vor.


Richtig lüften

Die Wärme im Haus oder in der Wohnung sollte möglichst im Innenraum bleiben, verbrauchte Luft und Feuchtigkeit jedoch entfernt werden. Machbar ist dies mittels einer kontrollierten Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung. Gibt es eine solche mechanische Lüftung nicht, muss (bei ausgeschalteter Heizung) regelmäßig stoßgelüftet werden, statt die Fenster über längere Zeit zu kippen. Ideal ist es, die Luftfeuchtigkeit im Raum zwischen 40 und 60 Prozent zu halten. Zu trockene Luft ist unangenehm und schlecht für die Atemwege, durch zu feuchte Luft besteht die Gefahr von Schimmelbildung. Tipps zum richtigen Stoßlüften:

  • Mindestens dreimal täglich
  • Fenster etwa fünf Minuten lang komplett öffnen (je nach Windverhältnissen)
  • Querlüften, indem gegenüberliegende Fenster oder Türen geöffnet werden. Dabei darauf achten, dass diese nicht zufallen können
  • Sollte sich Feuchtigkeit bilden: Das Kondenswasser mit einem Lappen oder Tuch aufwischen
Eine Ausnahme hiervon bilden allenfalls Kellerräume, damit hier die Temperatur nicht zu stark sinkt. Wärmere Dachgeschosse dagegen können häufiger gelüftet werden. In Bädern und Küchen ist die Luft meist feuchter, weswegen auch hier öfter gelüftet werden sollte, allerdings möglichst nicht als Querlüftung, weil sich die Feuchtigkeit und die Gerüchte sonst verteilen.
Quelle: Buderus, Wetzlar

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