Richard Coray (1869–1946), Leben und Werk

Richard Coray (1869–1946), Leben und Werk

Johann Clopath (Hrsg.)

Gerüste für Brücken und Viadukte
Scheidegger & Spiess, Zürich 2021
504 Seiten, 300 × 270 mm, 43 farbige und 380 sw-Abbildungen, Pläne und Zeichnungen, gebunden im Schuber

Preis: 79 CHF (77 EUR)

ISBN 978-3-03942-045-2

Einem Bauwerk sieht man nicht an, welche Mühen und Zwischenschritte nötig waren, um es in die Welt zu setzen. Das gilt auch für Brücken: Gebaut, um Hindernisse zu überwinden, bleibt der Prozess ihrer Entstehung, bei der etwa ein Fluss oder eine steile Schlucht bewältigt werden muss, im Dunkeln. Ebenso selten wird dem Werk jener, die diese Brückenschläge durch ihr Ingenieurwissen und ihre Kreativität ermöglichen, hinreichend Respekt gezollt.

Einem der großen Gerüstbauer der Schweiz wurde nun eine umfassende Monografie gewidmet, die sein Schaffen, aber auch seinen Lebensweg beleuchtet. In der schwergewichtigen Publikation Der Gerüstbauer Richard Coray (1869–1946), Leben und Werk sorgen zahlreiche Foto- und Plandokumente, detaillierte Beschreibungen sowie Archivmaterial für tiefe Einblicke in das Vermächtnis des Graubündeners, der seine Karriere als Zimmerer startete und zu einem der wichtigsten Konstrukteure von Lehrgerüsten zum Bau von Brücken und Viadukten – insbesondere für die Rhätische Bahn – wurde.  

Unwiederbringlich verloren sind die filigranen Konstruktionen, die Coray im Laufe seines Lebens geschaffen hat – dienten sie doch „nur“ als Stützen für die eigentlichen Bauwerke, die dank seiner Erfindungsgabe sicher und stabil errichtet werden konnten. Die stärkste Faszination geht in dem Buch von den großformatigen Schwarz-Weiß-Aufnahmen dieser temporären Bauwerke aus, auf denen Coray und seine Männer beim Richtfest in schwindelerregender Höhe posierten.

Das Buch beginnt mit dem Kapitel Leben und Werk des Holzkonstrukteurs, das den Weg Corays vom Bauernsohn zum Gerüstbauer von Weltruf nachzeichnet und seine Werke in Wort und Bild vorstellt. Jürg Conzett hat den darauffolgenden Abschnitt verfasst, der die Besonderheiten der Gerüstkonstruktionen in den Blick nimmt. Die Geschichte der Überbrückung des Salginatobels steht beispielhaft im Fokus des dritten Kapitels. Noch bildlastiger wird die Publikation im letzten Drittel, wo Modellfotografien Corays Konstruktionen wieder aufleben lassen und großformatige Abbildungen den Bau von acht großen Brücken und Viadukten illustrieren.

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Verbundbrücke Puente de la Pepa in Spanien (Ingenieur: Javier Manterola Armisén)

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1586 entwickelte Domenico Fontana eine Gerüstkonstruktion für einen Obelisken auf dem Petersplatz im Vatikan

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