Retten für die Bauwende

Potenziale in der Innenraumgestaltung

Die Bauwende steht nicht nur bevor, sie hat bereits begonnen. Der Handlungsbedarf ist groß: Ein Großteil der verbauten Rohstoffe heute viel zu früh entsorgt und verursacht mehr als die Hälfte aller Abfälle in Deutschland. Um künftig Ressourcen zu sparen, erstellen Firmen wie das Berliner Start-up Concular unter anderem digitale Datenbanken, die nutzbare Bauteile und Materialien in Bestandsgebäuden dokumentieren und vermitteln. So wirkt das Unternehmen dem Abfallaufkommen entgegen und fördert kreislaufgerechte Architektur. 

Auch die neu wirkenden Systemtrennwände aus Glas sollten entsorgt werden, durch die Wiederverwendung bekommen sie eine zweite Chance und sparen Ressourcen.
An ihrem neuen Platz wirken die Bauteile wie frisch hergestellt. Kreative Lösungen für sekundäre Baustoffe geben den neuen Büroräumen eine individuelle Note.
Als Erzeuger von rund 60 Prozent aller Abfälle im deutschen Raum sollen künftig auch sensible Elemente wie Glasbauteile eine zweite Chance erhalten.

Während das Cradle-to-Cradle Prinzip in der Architektur immer öfter Anwendung findet, sind die eingesetzten Sekundärbauteile oftmals solche, die nach der Fertigstellung nicht sichtbar bleiben. Doch auch im Innenraum lassen sich gerettete Materialien gut einsetzen. Wie das aussehen kann, zeigt das Büro Urselmann Interior gemeinsam mit Concular bei der Gestaltung des Unternehmenssitzes der Abfallwirtschaftsbetriebe (AWM) in Münster. Rund 77 Tonnen Material rettete das Team im Jahr 2023, ein Großteil davon konnte in Projekten wiederverwertet werden.

Aus der ehemaligen hölzernen Dachkonstruktion eines Supermarkts fertigte das Team neben neuen Wandkonstruktionen verschiedene Möbelstücke; dadurch konnten bis zu 76,74 Tonnen CO₂-Äquivalent eingelagert werden. Auch der Wiedereinsatz von Systemtrennwänden aus Glas, die Transformation von Stuhlsitzflächen zu Wandverkleidungselementen, sowie der Einbau und die Erweiterung ganzer Küchenmodule tragen zu einer Ersparnis von insgesamt 11.968 kg CO₂-Äquivalent bei: Das entspricht in etwa der Nutzung eines Fahrzeuges mit Verbrennmotor über einen Zeitraum von mehr als 5 Jahren.

Die Kollaboration der beiden Firmen zeigt, wie Upcycling und Zirkularität auch für eine ästhetische ansprechende Innenraumgestaltung genutzt werden kann und sollte.

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Das C2C-Prinzip bezeichnet einen idealisierten, geschlossenen Rohstoffkreislauf nach dem Vorbild der Natur, bei dem alle Rohstoffe eines Produkts nach dem Nutzungszeitraum zu 100% im Kreislauf bleiben und wiederverwendet werden können.

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