Raumklima- und Akustiklösung für offene Grundrisse
Zwei Lösungen mit akustisch wirksamen Klimapaneelen
Wie lässt sich ein integrales Raumklima- und Akustikkonzept realisieren, wenn gleichzeitig gestalterische Freiheit gefragt ist? Das Wiener Unternehmen Abaton adressiert diese Frage mit seinen temperatur- und feuchteregulierenden Klimapaneelen, die zugleich akustische Absorber sind.
Die Kerntechnologie der Paneele basiert auf einem porösen, hygroskopen und kapillaraktiven Mineralschaum, der die Luftfeuchtigkeit im Raum aufnehmen, zwischenspeichern und wieder abgeben kann. Auf diese Weise optimiert er das Raumklima. Die Schaumplatte liegt auf einer leichten Trägerplatte (Kork oder XPS); dazwischen sind die Rohrleitungen zur Flächenkühlung und -heizung integriert. Das poröse Material des Klimasegels absorbiert darüber hinaus Schall im niedrigen Frequenzbereich. Um eine Akustiklösung über das gesamte Frequenzspektrum zu erreichen, realisierte der Hersteller jüngst zwei verschiedene Konzepte:
Bei der Aufstockung der Verwaltung des Wohnparks Alterlaa in Wien standen die Planer*innen vor der Frage, wie man eine leistungsstarke Klima- und Akustiklösung integriert und dabei so viel wie möglich von der neuen Massivholzkonstruktion in den Innenräumen sichtbar belässt. Um dies zu ermöglichen, wurden Abaton-Klimasegel eingesetzt. Sie übernehmen die Funktionen des Heizens und Kühlens über Strahlungsflächen sowie die Regulierung der Raumluftfeuchtigkeit. Zugleich tragen sie dank rückseitigem Akustikfilz zur Schallreduktion bei und erreichen Absorptionsgrade bis α = 0,9. Eine integrierte, indirekte Beleuchtung schafft zusätzlich eine klare räumliche Gesamtwirkung.
Die zweite Lösung kam beim Bürogebäude The Black Square in Wien zur Ausführung. Das Gebäude wurde als hybrider Holzbaukörper mit begrünten Fassaden und Dachgärten geplant. Hier realisierten die Planenden geschlossene Akustikdecken. Je nach Heiz- oder Kühllast des Gebäudes werden dabei fünfzig bis siebzig Prozent der Deckenfläche mit den Klimapaneelen belegt, die übrige Fläche mit reinen Akustikplatten. Zusätzlich können Kantenabsorber zum Einsatz kommen. Optional kann auch mit einem dünnen Akustikputz eine fugenlose, aber schalldurchlässige Untersicht geschaffen werden.
Beide Lösungen ermöglichen Raumakustiken, die die Vorgaben der DIN 18041: Hörsamkeit in Räumen erfüllen.