Radfenster

Speichen als Sprossen

Als Radfenster wird ein kreisrundes Fenster bezeichnet, das mit radial angeordneten Maßwerk-Unterteilungen, steinernen sogenannten Speichen ausgesteift und gegliedert wird. Radfenster sind eine Art vertikales Steinskelett und können einen Durchmesser von sogar mehreren Metern haben. Sie befinden sich als besondere Schmuckfenster in den Portalen, Giebeln und Stirnseiten romanischer und frühgotischer Kirchen. Die Felder zwischen den Speichen sind meist mit farbigem Glas ausgefacht. Die Laibungen sind oft als rahmende Ringe verziert und vergrößern so optisch das eigentliche Fenster.

Kunsthistorisch werden Radfenster auch als Katharinenrad bezeichnet. Dieser Name verweist sakral und symbolisch auf die heilige Katharina von Alexandria, die mit einem Rad gefoltert wurde.

Radfenster sind die konstruktiven Vorläufer von Fensterrosen und Rosettenfenstern, bei denen die Speichen in aufwendige Konturen von Blättern, Flammen, Kreisen, Ellipsen, Dreiecken und anderen Maßwerkformen aufgefächert sind.

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