Prüfung auf Mikroplastik

Auswirkungen, Ursachen, Vermeidungsstrategien

Durch Abrieb und Nutzung von synthetischen Materialien kann Mikroplastik freigesetzt werden. Gelangt das Material in die Umwelt, kann es erhebliche Schäden verursachen. Da das Plastik nicht aus dem Boden zurückgeholt werden kann, müssen die Einträge von Plastik in Böden möglichst unterbunden werden. Verantwortlich hierfür ist jedoch nicht nur die Landwirtschaft, die etwa durch den Einsatz von Plastikfolien Böden verunreinigt, auch die Bauindustrie muss Maßnahmen zur Unterbindung der Freisetzung von Mikroplastik ergreifen.

Mikroplastik kann nicht aus dem Boden zurückgeholt werden und sollte daher im Vorhinein vermieden werden.
Sonneneinstrahlung kann sich auf die Freisetzung von Mikroplastik auswirken.
Auch bei starker Beanspruchung sollten Sportböden kein Mikroplastik freisetzen.

Auswirkungen auf Umwelt, Tiere und Pflanzen

Die winzigen Kunststoffpartikel verändern die physikalische Struktur des Bodens, was zu stärkerer Verdunstung und Austrocknung führen kann. Des Weiteren zeigen Studien, dass Plastik den pH-Wert im Boden beeinflusst. Untersuchungen belegen außerdem, dass Mikroplastik negative Folgen für Flora und Fauna hat. Partikel in Nanogröße können die Zellwände von Pilzen passieren und über die Wurzeln von Pflanzen aufgenommen werden. Dadurch sind direkte toxische Wirkungen möglich. Bei Würmern und anderen Bodenorganismen kann Mikroplastik die Vitalität schwächen, das Wachstum reduzieren, Enzymaktivitäten verringern und das Immunsystem beeinträchtigen. Untersuchungen an Schnecken zeigen, dass die Partikel Schäden im Verdauungstrakt verursachen und das Fortpflanzungsvermögen der Tiere negativ beeinflussen.

Ursachen von Mikroplastik

Mikroplastik gelangt auf verschiedensten Wegen in den Boden. Laut einer Studie im Auftrag des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) werden 13.256 Tonnen Kunststoffe durch landwirtschaftliche Aktivitäten in die Umwelt freigesetzt. Dies geschieht vor allem durch ausgebrachte Klärschlämme, Komposte und Gärreste, die mit Plastik verschmutzt sind, sowie Düngemittel, Pestizide oder Saatgut, die Polymere beinhalten. Aber auch der Reifenabrieb von Fahrzeugen, die Verwehung von kunststoffhaltigen Baustellen- und Siedlungsabfällen und der Abrieb von Bodenbelägen auf Sportplätzen tragen zu einer Verschmutzung der Böden bei. Ein weiterer Faktor ist das sogenannte „Littering“, das achtlose Entsorgen von Plastikabfällen im öffentlichen Raum.


Wie kann Mikroplastik vermieden werden?

Kunststoffe, die einmal in den Boden eingetragen wurden, bauen sich in der Regel nur selten ab und sammeln sich daher immer weiter an. Deshalb ist es besonders wichtig, die Verschmutzung im Vorfeld zu verhindern. Hersteller von synthetischen Bodenbelägen können die Freisetzung von Mikroplastik minimieren, indem sie die Abriebbelastung ihrer Produkte sorgfältig prüfen. Beispielsweise kann der Glühverlust des Sportbodenbelags Hinweise auf die Anteile organischer und anorganischer Komponenten geben. Ein Belag, der überwiegend aus anorganischen Komponenten besteht, ist weniger anfällig für die Freisetzung von Mikroplastik. Auskunft über die Menge an freigesetztem Mikroplastik kann eine sogenannte thermogravimetrische Analyse (TGA) geben, bei der die Massenänderung einer Probe in Abhängigkeit von der Temperatur und Zeit gemessen wird. Diese Analysen sollten vergleichend sowohl bei bewitterten als auch bei unbewitterten Proben durchgeführt werden, um festzustellen, welchen Einfluss Niederschlag und Sonneneinstrahlung auf die mögliche Freisetzung von Mikroplastik haben.

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