Provenance in Architecture

Provenance in Architecture

Uwe Fleckner und Mari Lending (Hrsg.)

HatjeCantz, Berlin 2025
236 Seiten, 200 Abbildungen, Format: 17 × 24 cm, gebunden/Hardcover,
auch als PDF und EPUB/E-Book erhältlich
mit Texten in englischer Sprache

Preis: 40,- EUR

ISBN 978-3-7757-6114-7

In der Kunst- und Museumswissenschaft bezeichnet Provenienz, eigentlich eher im Sinne von Provenienzforschung, die Untersuchung von Herkunft, Ursprung, Entstehung, Urheberschaft, Authentizität, Besitzverhältnissen sowie den Zeitpunkten und Arten von Eigentumswechsel. Diese wissenschaftliche Arbeit hat eine zentrale Bedeutung im Zusammenhang mit Raubkunst, Zwangsverkäufen, Kolonialismus und Restitution.  

Uwe Fleckner, Professor für Kunstgeschichte an der Universität Hamburg und Leiter der dortigen Provenienzforschung zu entarteter Kunst, und Mari Lending, Professorin für Architekturgeschichte und -theorie an der Oslo School of Architecture and Design, Leiterin des Forschungsprojekts Provenance Projected: Architecture Past and Future in the Era of Circularity, übertragen Provenienz mit sowohl theoretisch-konzeptionellen als auch praktischen Erläuterungen auf Architektur. Sie räumen gründlich auf mit der Vorstellung, bei Architektur handle es sich nur um vermeintlich statisch-stationäre Immobilien. Stattdessen zeigen sie auf, dass sich genau wie ein Kunstobjekt auch ein Bauwerk mit seinen zahlreichen Bauteilen und technischen, juristischen, soziokulturellen, geographisch-regionalen und nicht zuletzt politischen Rahmenbedingungen in einem konstanten Prozess befindet:

„Architecture is envisioned, commissioned, contracted, designed, invested in, built, owned, traded, abandoned, expropriated, inherited, debated, overwritten, neglected, monumentalised, repurposed, amended, repaired, destroyed, disseminated, forgotten, repeated, collected, archived, catalogued." (deutsche Übersetzung SJ: „Architektur wird erdacht, in Auftrag gegeben, vertraglich vereinbart, entworfen, finanziert, gebaut, besessen, gehandelt, aufgegeben, enteignet, geerbt, diskutiert, überschrieben, vernachlässigt, monumentalisiert, umfunktioniert, verändert, repariert, zerstört, verbreitet, vergessen, nacherzählt, gesammelt, archiviert, katalogisiert.“)  

Das Buch listet 101 Begriffe zuzüglich Querverweisen mit kurzen Essays und Abbildungen in alphabetischer Reihenfolge, darunter Acquisition (Erwerb), Artefact, Attribution (Zuschreibung), Bricolage, Concrete, Copyright, Demolition (Abbruch), Fragility (Zerbrechlichkeit), Graffiti, Maintenance (Instandhaltung), Obsolescence, Palimpsest, Readymade, Recycling, Ruin, Spolia (Spolie), Translocation, Vandalism bis zu Weathering (Verwitterung) und Will (Testament).

Angesichts zunehmend kritischer Erörterungen von endlichen Ressourcen und der Herkunft von Materialien sowie Anforderungen an zeitgemäßes Bauen mit und im Bestand einschließlich Circular Economy/Kreislaufwirtschaft ist das Thema Provenienz in der Architektur sehr aktuell. Diese Zusammenstellung von Texten, die von den Herausgebern zwar als Lexikon betitelt, aber dann viel passender als Prisma, als facettenreiche Erkundung des Themas beschrieben wird, bietet Grundlagenwissen, Argumente, Ideen und Ausblicke auf mögliche zukünftige Entwicklungen. -sj

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Graffiti an Tür und Tor in Berlin-Neukölln

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Wartung

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Das Portalfragment des Gemeindehauses in der Berliner Fasanenstraße erinnert an die in der Reichspogromnacht beschädigte Synagoge.

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Materialien/​Werkstoffe

Spolie

Eingangstüren, Schaufenster sowie öffentlich zugängliche Erdgeschoss-Bereiche sind besonders exponiert für Schäden durch Vandalismus.

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Bauschäden/​Sanierung

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Das Portal einschließlich der erhaltenen Außenwand eines ursprünglichen Mezzaningeschosses wurde als authentische Bausubstanz respektiert und als prägender Bestandteil des Ortes erkannt.

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