Pilze im Holzbau

Unterscheidung und Merkmale

Durch holzverfärbende Pilze verursachte Holzbläue (auch Bläueschäden oder Bläuebefall genannt), ist ein Oberflächenphänomen, das – wie der Name bereits sagt – zu einer bläulichen, gelegentlich auch gräulichen Verfärbung von Holz führt. Auf die Festigkeit des Holzes hat diese Veränderung, ebenso wie die durch UV-Strahlung eintretende Vergrauung, keinen Einfluss.

Echter Hausschwamm
Tabelle Pilzbefall
Würfelbruch bei schimmelgeschädigtem Holz

Schimmelpilze dringen nur wenige Millimeter in das Holz ein und schädigen es ebenfalls nicht, sind aber ein eindeutiger Indikator für eine Holzfeuchte über 20%. Bleibt längere Zeit eine höhere Holzfeuchte bestehen, können sich holzzerstörende Pilze bilden. Deren Wachstum wird durch eine Holzfeuchtigkeit von 35-60% beschleunigt. Solche Pilze können sich sowohl von der Zellulose als auch vom Lignin ernähren. Durch den Abbau der Stoffe verliert das Holz seine Festigkeit und es kommt zu Braunfäule (BF), Weißfäule (WF) oder Moderfäule (MF). 

Bei Pilzbefall sind die betroffenen Stellen großzügig herauszuschneiden. Bei Nassfäulepilzen sollte mindestens 30 cm über den sichtbaren Befall hinaus gegangen werden, bei Echtem Hausschwamm und damit verwandten Arten mindestens 1,00 m in Holzlängsrichtung. Der Echte Hausschwamm (Serpula lacrymans) ist als holzzerstörender Pilz zusammen mit dem Braunen Kellerschwamm (Coniophora puteana) der Hauptverursacher für Schäden durch Schwammbefall in Gebäuden. Wird ein Pilzbefall festgestellt, muss noch die Frage geklärt werden, ob dieser aktiv, nicht aktiv oder abgestorben ist. Eine fundierte Aussage darüber ist nur im Labor nachzuweisen.

Merkmale für Pilzbefall:

  • Fruchtkörper
  • Myzel (Wurzelgeflecht des Pilzes)
  • Würfelbruch (Destruktionsfäule)
  • Stark verminderte Stichfestigkeit
  • Hohlklang beim Abklopfen
  • Befall durch Faulholzinsekten

Konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung eines Befalls von verbautem Holz sind in Teil 4 der Holzschutz-Norm geregelt: DIN 68800-4: Holzschutz – Teil 4: Bekämpfungsmaßnahmen gegen Holz zerstörende Pilze und Insekten und Sanierungsmaßnahmen.

Weiterführende Literatur: Scheiding, Grabes, Haustein, Nieke, Urban, Weiß: Holzschutz, München 2021

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