Photovoltaik an Fassaden

Unverschattete Fassadenflächen eignen sich gut für die Integration von Photovoltaik, obwohl die senkrechte Anbringung der Module im Vergleich zu einer geneigten Anbringung ungünstigere Einstrahlungsbedingungen für eine solare Stromerzeugung mit sich bringt.

Fassadenintegrierte Dünnschicht-Photovoltaik-Module am Gebäude der FUSS-Gruppe in Berlin Adlershof.
Zentrum für Photovoltaik und Erneuerbare Energien (ZPV) im Wissenschaftspark Adlershof mit semitransparenten PV-Modulen (monokristalline Siliziumzellen in Glas-Glas-Modulen) vor der Glasfassade, Architektur: Gunter Henn
In die Verglasung am Schulungsgebäude in Niestetal sind Solarzellen einlaminiert

Die Entscheidung für eine PV-Fassadenintegration ist zunächst abhängig von Größe, Art und Ausrichtung der für eine Solarstromgewinnung geeigneten Flächen am Gebäude. So kann bei ungünstig geschnittenen oder ungünstig orientierten Dachflächen eine PV-Anlage an der Südfassade durchaus die bessere Lösung sein. Dabei ist zu bedenken, dass Fassaden, die hohe Solargewinne erzielen, gleichzeitig einen geeigneten Sonnenschutz benötigen. Hersteller bieten einerseits Sonnenschutzsysteme mit integrierter Photovoltaik an, andererseits aber auch Isolierverglasungen mit einlaminierten Dünnschichtmodulen. Die Abstände zwischen den PV-Modulen sind variabel, dadurch lässt sich die Transparenz der Verglasung verändern.

Aus technischer und gestalterischer Sicht ist eine PV-Integration in die Fassade am problemlosesten, wenn sie wie im Fall eines Neubaus von Anfang an mit geplant werden kann. Doch auch die Nachrüstung von Bestandsfassaden ist möglich. Hier muss jedoch differenziert werden: Bei Gebäuden in Skelettbauweise mit vorgehängter Fassade beispielsweise ist eine nachträgliche Photovoltaikintegration im Allgemeinen mit geringem Aufwand realisierbar. Die photovoltaische Nachrüstung von Gebäuden der vorindustriellen Epochen hingegen erfordert häufig individuell angepasste, kleinteilige und damit kostenaufwendigere Lösungen, damit ästhetisch sensibel auf den Gebäudebestand reagiert werden kann.

Für eine unter wirtschaftlichen Aspekten besonders erstrebenswerte großflächige PV-Anbringung eignen sich vor allem Brandwände oder Glasfassaden; für eine eher kleinteilige Nutzung können u.a. Brüstungen, Flächen zwischen Fenstern, Fensterläden, Schiebetüren, Laubengänge, Wintergärten oder Vordächer genutzt werden.

Beispiele für Photovoltaik-Fassaden finden Sie auf heinze.de (siehe Surftipps).

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