Pfosten-Riegel-Fassade

Vertikale und horizontale Profile ergeben die Tragstruktur der Pfosten-Riegel-Fassade. Mit ihr lassen sich Öffnungen füllen, große Einbauhöhen und Feldbreiten realisieren oder sogar ganze Fassaden- oder Dachflächen herstellen. Durch variable Abmessungen und die Verwendung unterschiedlicher Materialien für die Profile und Ausfachungen können die Konstruktionen auf nahezu jede Einbausituation abgestimmt werden.Die modularen Elemente werden im Werk vorgefertigt und auf der Baustelle montiert.

Pfosten-Riegel-Fassaden zeichnen sich durch die Modularität ihrer Elemente aus.
Die Pfosten-Riegel-Fassade der Neuen Nationalgalerie in Berlin besteht aus thermisch nicht getrennten Stahlprofilen (Zustand vor der Sanierung). Ludwig Mies van der Rohe
Pfosten-Reigel-Fassade an einem Berliner Verwaltungsgebäude

Konstruktion

Bei der skelettartigen Tragstruktur erfolgt der Lastabtrag über die senkrechten Pfosten (auch Hauptprofile genannt). An diese werden die horizontalen Riegel angebracht – entweder geschraubt, gesteckt oder geschweißt. Meist werden die Profile aus Stahl, Aluminium oder Holz gefertigt, die Ausfachungen können aus transparenten oder opaken Materialien bestehen. Zwischen dem tragenden Gerüst und den Ausfachungen (Fassadenfeldern) werden elastische Dichtungsprofile, etwa aus EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk), verwendet. Der Einsatz unterschiedlich dicker Ausfachungselemente kann innerhalb der Konstruktion ausgeglichen werden. Der Glasfalz wird belüftet und druckentspannt, die Elemente bieten eine kontrollierte Kondensatabführung.

Öffnungen

In alle gängige Systeme können Öffnungselemente wie Türen oder Fenster eingesetzt werden, stets mit Blend- und Flügelrahmen. Dabei sind die Blendrahmen so ausgebildet, dass sie in den Falz der Konstruktion zu passen. Motorische Flügelantriebe oder andere Steuerungen, zum Beispiel zur Umsetzung eines Lüftungskonzeptes oder zur Heizkörperregelung, sind ebenso möglich wie eine manuelle Betätigung der Öffnungselemente.

Dichtungen

Die Konstruktion weist mindestens zwei Dichtungsebenen auf. Die primäre Ebene bilden die raumseitigen Verglasungsdichtungen, in der Regel mit überlappendem Übergang. Im Dach- bzw. in Schrägbereichen erfolgt die integrierte Entwässerung kaskadenartig innerhalb der Konstruktion. Als sekundäre Dichtungsebene und zur Befestigung der Verglasung kommen standardmäßig horizontale und vertikale Andruckleisten zur Ausführung, auf die meistens unterschiedlich gestaltete Deckleisten aufgeklippst werden. Punktförmig gehaltene Verglasungen lassen sich ebenfalls in Pfosten-Riegel-Konstruktion einsetzen. Die Befestigung der Elemente erfolgt toleranzausgleichend mittels Los- und Festlager. Die Anschlüsse zum Rohbau werden umlaufend wasser- und luftdicht, in der Regel durch mechanisch fixierte und geklebte Folien oder Zargen hergestellt und wärmegedämmt ausgebildet.

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