Pflanzenwände

Sogenannte lebende Pflanzenwände im Innenbereich erfreuen sich seit einigen Jahren zunehmender Beliebtheit. Durch ihre vielfältigen Möglichkeiten der Bepflanzung eröffnen sie neue Gestaltungsmöglichkeiten für eine optische Aufwertung von Innenräumen. Neben ihrem ästhetischen Wert wirken sich die begrünten Wände positiv auf das Raumklima und das Wohlbefinden der Raumnutzer aus. Bei der richtigen Auswahl der Pflanzen und Berücksichtigung der Standortfaktoren sind sie eine dauerhafte und pflegeleichte Form der Innenraumbegrünung.

Bei Pflanzenwänden handelt es sich um wandgebundene Begrünungssysteme. Die Pflanzen wachsen ohne Kontakt zum Boden auf vertikalen Untergründen und werden über Tröpfchenbewässerung versorgt. Für ein optimales Pflanzenwachstum ist bei der Standortwahl auf ausreichendes und die gesamte Begrünungsfläche erreichendes Licht zu achten. Bei Bedarf kann eine zusätzliche künstliche Beleuchtung unterstützen. Als Wandbegrünungssysteme im Innenraum gibt es freitragende Systeme, die frei im Raum platziert oder vor einer Wand aufgestellt werden können. Üblicher sind jedoch Begrünungssysteme, bei denen die gesamte Installation an einer senkrechter Haltewand befestigt ist.

Montage

Die Umsetzung lebender Pflanzenwände ist relativ einfach. Um den Untergrund im Bereich der späteren Pflanzenwand langfristig vor Schäden durch Feuchtigkeit zu schützen, wird zunächst eine durchwurzelungssichere Dichtungsschicht auf die Haltewand aufgebracht. Darauf wird ein Tragsystem montiert, an dem der Pflanzenuntergrund und die Installation für die automatische Bewässerung befestigt werden. Einige Systeme basieren auf standardisierten Modulen, die unkompliziert in das Tragsystem eingefügt werden können. Der Pflanzenuntergrund kann aus anorganischen Substraten, wie Steinwolle oder geschäumten Harzen bestehen. Andere Begrünungssysteme verwenden als Pflanzenuntergrund textile Materialien, wie Geovliese oder Filze, mit sogenannten Pflanztaschen oder Pflanzlöchern. In diese werden die Pflanzen direkt und erdlos in den textilen Untergrund eingebracht.

Versorgung der Pflanzen mit Wasser und Nährstoffen

Pflanzenwände werden über Tropfschläuche mit Wasser und Nährstofflösungen versorgt. Dafür ist ein Wasser- und Stromanschluss vorzusehen. Ebenso benötigen die meisten Systeme einen Wasserablauf bzw. eine Tropfrinne für überschüssiges Wasser. Das automatisch gesteuerte Bewässerungssystem wird in regelmäßigen Abständen verlegt, in der Regel verdeckt im Bereich des Tragsystems oder zwischen den Modulen. Das über die Tropfschläuche zugeführte Wasser sickert durch das Substrat, das die Feuchtigkeit verteilt. Bei der Verwendung von textilen Pflanzuntergründen ist auf eine dauerhafte Durchfeuchtung des textilen Materials zu achten.

Da wandgebundene Begrünungssysteme nur eine begrenzte Fähigkeit zur Speicherung von Wasser haben, sollte ein Warnsystem (akustisch/optisch) vorgesehen werden, das im Falle einer Über- oder Unterversorgung oder eines Stromausfalls entsprechend Signal gibt.

Literatur: Falkenberg, H. (2011) - Gärten in Häusern, Entwurf und Konstruktion von Grünräumen in privaten und öffentlichen Gebäuden. Verlag Birkhäuser, Basel // Köhler, M. et al. (2022) - Handbuch Bauwerksbegrünung, Planung - Konstruktion – Ausführung, 2. Auflage, Verlag Rudolf Müller

Fachwissen zum Thema

Für das gute Gedeihen der Pflanzen in Innenräumen sind die Temperierung, die Luftfeuchtigkeit und Lichtversorgung von ausschlaggebender Wirkung.

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Vegetation

Pflanzen für die Innenraumbegrünung

Im Gegensatz zu Pflanzbeeten beanspruchen vertikale Begrünungen keine oder nur eine geringe Grundfläche am Boden.

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Innenraumbegrünung

Vertikale Begrünungen

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