Pflanzenauswahl und Vegetationsaufbringung

Im Bereich der Vegetationstechnik für Dachbegrünungen wird zwischen zwei verschiedenen Arten der Begrünung unterschieden, nämlich der extensiven und der intensiven Begrünung. Diese beiden Varianten zeichnen sich durch unterschiedliche ökologische und funktionale Merkmale aus, die divergierenden Ansätze hinsichtlich der Pflanzenauswahl und deren Applikation besitzen.

Für die Dachbegrünung sind Pflanzen zu wählen, die robust sind gegen Trockenheit, Wind und Frost.
Aufbringen des Substrats für das heute begehbare und mit Gras begrünte Nebengenbäude des KÖ-Bogens in Düsseldorf.

Pflanzenauswahl

Die Auswahl der Pflanzen für Intensivbegrünungen ist ähnlich vielfältig wie bei herkömmlichen Gartenanlagen auf Bodenebene. Es ist jedoch wichtig, Arten auszuwählen, die robust sind gegen Trockenheit, Wind und Frost. Rhizombildende Pflanzen wie Bambus und Schilf sollten vermieden werden, da es derzeit keine Dachabdichtung oder Wurzelschutzbahn gibt, die gegen Bambusrhizome beständig ist. Gemäß den Qualitätsanforderungen der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FLL) gelten für verschiedene Pflanzenlieferformen spezifische Richtlinien. Zum Beispiel sollten Stauden nicht direkt aus dem Gewächshaus stammen und Ballen von Gehölzen sollten keine Fremdvegetation oder Schädlinge enthalten. Bei der Verwendung von Stauden und Gehölzen ist eine Abstimmung der Ballengröße mit der Höhe der Vegetationstragschicht und der Dränage erforderlich.

Sowohl das Substrat als auch die Dränschicht bilden den verfügbaren Wurzelraum für die Pflanzen. Es wird in der Regel empfohlen, eine Vielfalt von mindestens 5 – 7 Arten zu wählen, die Stauden, Gehölze und Gräser umfassen. Beispiele für mögliche Stauden sind Goldlauch, Schwertlilie, Wilder Majoran und Johanniskraut. Geeignete Gehölze sind Wacholder, Zwerg-Weide oder Dünenrose, bei den Gräsern bieten sich Perlgras oder Federgras an.


Vegetationsaufbringung

Die Pflanzen können auf verschiedene Weise aufgebracht werden. Die Vegetationsaufbringung richtet sich nach der Begrünungsart und der Dachform, dem Zeitfaktor und dem Budget. Folgende Vegetationsaufbringungen werden standardmäßig bei der Intensivbegrünung angeboten:

  • Ansaat (Rasen)
  • Pflanzung (Stauden, Gehölze, Bäume) und
  • Vegetationsmatten oder Fertigrasen.

In der Regel sind die Monate April bis Juni und September bis November für die Vegetationsaufbringung besonders gut geeignet. In den anderen Monaten besteht ein erhöhter Pflegeaufwand oder ein höheres Ausfallrisiko. Jedoch wird bei der Intensivbegrünung standardmäßig eher mit Fertigrasen und Pflanzungen gearbeitet und weniger mit Ansaat-Verfahren. Bei einfachen Intensivbegrünungen werden auch Ansaat-Techniken benutzt. Die Nassansaat, Trockensaat und die Aussaat mit Sedum-Sprossen sind dabei die üblich verwendeten Verfahren.

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