Perugiabrücke in Tübingen

Schwungvoll über den Neckar

Im Osten von Tübingen verbindet die Perugiabrücke das Wohngebiet Lustnau mit Grünflächen und Freitzeitangeboten auf der anderen Seite des Neckar. Die vom Ingenieurbüro Miebach aus Lohmar geplante Fuß- und Radwegbrücke in Holzbauweise überspannt den Fluss mit einer Länge von gut 69 Metern. Als Teil des Tübinger Radbrückennetzes bildet sie eine zentrale Nord-Süd-Verbindung im sogenannten Blauen Band, das unterschiedliche Stadtbereiche für den alltäglichen Rad- und Fußverkehr verknüpft. 

Das Tragwerk besteht aus zwei gebogenen Brettschichtholzträgern.
Die Querschnittshöhen der Träger sind variabel, also der jeweiligen statischen Beanspruchung angepasst.
Die Nutzschicht bildet ein Belag aus überkragenden Betonplatten, der zugleich das Holztragwerk vor direkter Witterungseinwirkung schützt.

Brettschichtholzträger als Dreifeldsystem

Das Tragwerk bilden zwei gebogene Brettschichtholzträger als Dreifeldsystem mit Stützweiten von 14,00 / 41,40 / 14,00 Metern und einer Breite von circa 5,50 Metern. Die Querschnittshöhen der Träger variieren, da diese an die jeweilige statische Beanspruchung angepasst sind. Die segmentierte Fertigung und Montage erleichtert ein Gerbergelenk. Stahlrahmen verbinden die Hauptträger. Ein Belag aus Betonfertigteilen schützt die Holzelemente, die überwiegend aus heimischem Nadelholz hergestellt sind.    

Brückenpfeiler aus Stahlbeton

Die Brückenpfeiler bestehen aus Stahlbeton, weil dieser hohe Druckkräfte aufnehmen kann und besonders widerstandsfähig gegenüber Wasser und Witterung ist. Die V-förmigen Stützen sind auf Großbohrpfählen gegründet und tragen den Holzüberbau. So entsteht eine typische Kombination aus einem leichten, nachhaltigen Holztragwerk und einer robusten, dauerhaften Unterkonstruktion aus Beton. Stahlkonsolen auf den Betonpfeilern dienen als Auflager der Brettschichtholzträger. 

Betonplatten schützen Holztragwerk

Die modular aufgebaute Konstruktion ist einfach zu warten und lässt sich gegebenenfalls später zurückbauen. Der Oberbelag von Fußweg und Fahrbahn, welche eine Markierung trennt, besteht aus Betonfertigteilen. Diese Platten bilden nicht nur die Nutzschicht, sie schützen auch das Holztragwerk vor direkter Bewitterung. 

Ein Geländer aus schlanken Flachstahlpfosten mit Edelstahlseilnetzen ergänzt die Konstruktion. Der Handlauf aus modifiziertem (acetylierten) Holz ist für die Sicherheit und Barrierefreiheit mit einem integrierten Edelstahlrohr kombiniert. Flache Rampen ermöglichen eine barrierefreie Nutzung der Brücke. Für eine gleichmäßige Ausleuchtung sorgen LEDs im Handlauf.

Planung: Ingenieurbüro Miebach, Lohmar

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