Passivhaus

Der Baustandard „Passivhaus“ steht für die konsequente Weiterentwicklung des Niedrigenergiehauses. Ziel ist die Reduzierung des Wärmebedarfs quasi bis auf Null. Verbleibt ein Jahresheizwärmebedarf von ≤ 15 kWh/m², gilt die Bezeichnung Passivhaus.

Transmissions- und Lüftungswärmeverluste werden dabei zum weitaus größten Teil durch passive Energiebeiträge ausgeglichen, wie z.B.

  • mit solaren Gewinnen durch Verglasungen oder
  • inneren Wärmequellen wie Abwärme von Geräten, Beleuchtung und Menschen
Ein Passivhaus zu bauen, heißt auch Verzicht auf ein konventionelles Heizungssystem. Der minimale Restwärmebedarf wird in der Regel über eine kontrollierte Lüftungsanlage gedeckt. Kennzeichen von Passivhäusern sind der hohe bauliche Wärmeschutz mit Dämmstärken von bis zu 30 cm, und damit verbunden eine hohe Luftdichtheit der Gebäudehülle.

Ziel dieser Bauweise ist es, den Mehraufwand für den baulichen Wärmeschutz über Minimierung von Wärmebrücken, Abluftwärmerückgewinnung, Einsparung eines konventionellen Heizsystems und die geringen Betriebskosten des Passivhauses zu amortisieren. Die Passivhaus bedingten Mehrkosten –Kostengruppen 300 (Bauwerk) und 400 (Haustechnik) nach DIN 276 Kosten im Bauwesen: Hochbau – liegen im Schnitt bei 10%.

Das Passivhaus ist dementsprechend kein Bautyp, sondern beschreibt einen technischen Standard. Obwohl aus energetischen Gründen eine ausgeprägte Kompaktheit der Baukörper notwendig ist, bieten sich doch vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten. Passivhäuser werden in Leichtbau- und Massivbauweisen hergestellt.

Bildnachweis: Rongen Architekten, Wassenberg; KS-Bayern, Röthenbach

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