Orchideen-Pavillon in Puerto Escondido

Holzkonstruktion mit Wasserschalen

Am Rande von Puerto Escondido in Mexiko, zwischen Pazifischem Ozean und der Gebirgskette Sierra Madre del Sur, befindet sich der Pabellón de las Orquídeas (Pavillon der Orchideen). Er entstand im Auftrag und auf dem Gelände der Fundación Casa Wabi – einer gemeinnützigen Institution, die an ihren Standorten in Puerto Escondido, Mexiko-Stadt und Tokio den Austausch zeitgenössischer Kunst mit lokalen Gemeinschaften fördert. Entworfen wurde der filigrane Holzbau vom Büro CCA – Centro de Colaboración Arquitectónica unter Leitung von Bernardo Quinzaños.

Der Pavillon aus Beton und Holz ist in die Landschaft integriert.
Die offene Lamellenstruktur ist licht- und luftdurchlässig, den First bilden umgekehrt pyramidenförmige (also trichterförmige) Wasserbecken.
Die Konstruktion am Boden und die umgekehrt pyramidenförmigen Einsätze am First bestehen aus Beton.

Der Pavillon dient der Pflege und Zucht regionaler Orchideen ebenso wie als Rückzugsort. Er schafft ein dauerhaft feuchtes Mikroklima, in dem diverse Orchideenarten wachsen und gedeihen, wobei sie sich gut beobachten lassen. Inspiriert war das Entwurfsteam durch die japanische Wabi-Sabi-Philosophie, welche das Einfache und Unvollkommene als schön betrachtet; dabei wurden lokale handwerkliche und materialspezifische Traditionen berücksichtigt. 

Die Konstruktion bildet eine langgestreckte Holzrahmenstruktur, deren Dach und Seitenwände (ähnlich einem Zelt) eine durchgehende Einheit formen. Die offenen Lamellen sorgen für Schatten und natürliche Belüftung. Anstelle eines Firstes sammeln umgekehrt pyramidenförmige Wasserbecken Regenwasser. Sie erzeugen durch Schwerkraft eine feine Tropfbewässerung und unterstützen das feuchtwarme Klima, in welchem die Orchideen gedeihen. Eine abgesenkte Betonwanne bildet den Boden, integriert Sitzbänke und flache Wasserschalen.

Die Materialien sind einfach und regional: Tragwerk und Lamellen bestehen aus heimischer Kiefer, die Bodenplatten, Sitzbänke und Wasserbecken aus Beton. Zwischen den Bodenplatten sorgt Kies für Versickerung und Verdunstung und trägt zum natürlichen Klima des Pavillons bei. Wer diesen betritt, nimmt die feuchte Luft wahr, hört das leise Tropfen und spürt den Wind, der durch die Lamellen streicht. Die Atmosphäre lädt zum Innehalten ein, um die Orchideen aus nächster Nähe zu erleben und eine Verbindung zur Natur zu spüren.

Entwurf: CCA – Centro de Colaboración Arquitectónica unter Leitung von Bernardo Quinzaños; Fotos: Jaime Navarro und Rafael Gamo

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