Normen für den Lehmbau

Lehmbaustoffe werden sowohl in der Denkmalsanierung als auch beim ökologischen Bauen gerne eingesetzt. Seit 2013 gelten in Deutschland wieder verbindliche Normen für einen der ältesten Baustoffe der Menschheit und vereinfachen damit die Anwendung. Das Deutsche Institut für Normung hat zuerst die Anforderungen für im Werk hergestellte Lehmsteine, Lehmmauermörtel und Lehmputzmörtel festgelegt. Die Normen der DIN Lehmbau wurden 2018 überarbeitet und erweitert. Zusätzlich wurde eine Norm für Lehmplatten veröffentlicht.

Aktuell gelten in Deutschland:
 
DIN 18942, Ausgabe 2018-12: Lehmbaustoffe
Die Norm definiert in Teil 1 Begriffe für die Anwendung der Normen für Lehmbaustoffe DIN 18945 bis DIN 18948 und beinhaltet in Teil 100 Regelungen für den Konformitätsnachweis.

DIN 18945, Ausgabe 2018-12: Lehmsteine
Im Werk hergestellte Lehmsteine werden vorwiegend bei der Erstellung von Außen- und Innenwänden sowie für Ausfachungen angewendet. Die Norm umfasst Anforderungen und Prüfverfahren für im Werk hergestellte Lehmsteine. Sie bezieht sich sowohl auf die Anwendung als tragendes als auch als nicht tragendes Mauerwerk. Diese Norm gilt nicht für stabilisierte Lehmsteine.

DIN 18946, Ausgabe 2018-12: Lehmmauermörtel
Die Norm legt Anforderungen und Prüfverfahren für im Werk hergestellte Lehmmauermörtel (Lehmwerkmörtel) zur Herstellung von tragendem und nichttragendem Lehmsteinmauerwerk fest. Sie gilt nicht für Lehmmauermörtel und für Lehmbaustellenmörtel.

DIN 18947, Ausgabe 2018-12 : Lehmputzmörtel
Für im Werk hergestellte Lehmputzmörtel (Lehmwerkmörtel) zum Verputzen von Wänden und Decken im Innen- und witterungsgeschützten Außenbereich regelt diese Norm Anforderungen und Prüfverfahren. Die Norm gilt für Auftragsdicken von mindestens 3 mm. Die Norm gilt nicht für stabilisierte Lehmputzmörtel oder Lehmbaustellenmörtel.
Für die Anwendung von Lehmputzmörtel gelten die Lehmbau-Regeln, das Technische Merkblatt TM01 des Dachverbandes Lehm sowie DIN EN 13914-2 in Ver­bindung mit DIN 18550-2.

DIN 18948, Ausgabe 2018-12 : Lehmplatten
Lehmplatten im Sinne dieser Norm sind nach Definition der Lehmbau-Regeln des Dachverbands Lehm e. V. sowohl plattenförmige Baustoffe, die ohne Unterkonstruktion beispielsweise für nicht tragende Wände vermauert und verklebt werden können, als auch dünne Lehmplatten zum Bekleiden und im Trockenbau. Anforderungen, Einsatzbereiche, Leistungsmerkmale und Prüfverfahren für im Werk hergestellte Lehmplatten, die in Bauwerken verwendet werden, l egt diese Norm fest. Sie gilt nicht für mit Lehmputzen oder Lehmdünnlagenbeschichtungen beschichtete Platten aus anderen Baustoffen.

Für nicht genormte sowie für auf der Baustelle hergestellte Lehmbaustoffe gelten die Lehmbau Regeln des Dachverbands Lehm (s. Surftipps).

Quellen: Beuth, Berlin / Dachverband Lehm e.V., Weimar

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