Neugestaltung Görlitzer Ufer in Berlin

Mobilitätswende und Klimaanpassung

Am östlichen Ende des Görlitzer Parks, zwischen Parkteich und Landwehrkanal, liegt das Görlitzer Ufer. Früher parkten hier viele Autos, heute dürfen noch Radfahrer*innen und Fußgänger*innen passieren. Das Projekt soll nicht nur die Mobilitätswende in der Stadt fördern, sondern auch zur Klimaanpassung beitragen. Ausgangspunkt war die Entsiegelung einer rund 1.000 Quadratmeter großen Fläche zwischen Görlitzer Straße und Wiener Straße. Die Umgestaltung erfolgt unter der Federführung des Umwelt- und Naturschutzamtes in Kooperation mit der Lebendigen Stadtgärtnerei.

Vor der Umgestaltung war das Görlitzer Ufer eine beliebte Parkzone.
Grundlage der Neugestaltung war die Entsiegelung von etwa 1000 Quadratmeter Fläche.
Durch die Verwendung eines Sand-Kies-Gemischs und die Bepflanzung mit biodiversitätsförderndem Saatgut stellt das Umwelt- und Naturschutzamt die Versickerungsfähigkeit des Bodens sicher.

Projektziele

Die Umgestaltung zielt darauf ab, den Durchgangsverkehr in den umliegenden Wohnstraßen zu reduzieren und die Verkehrssicherheit sowie die Infrastruktur für Rad- und Fußverkehr zu verbessern. Gleichzeitig sollen die entsiegelten Flächen Versickerung und Verdunstung ermöglichen und die Basis für eine zirkuläre Regenwasserbewirtschaftung schaffen. Langfristig kann das Görlitzer Ufer so von einer neuen heimischen Bepflanzung profitieren, die das Mikroklima verbessert und die Artenvielfalt fördert.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf einer schnellen und effizienten Umsetzung, die als Modell für zukünftige Pop-Up-Entsiegelungen dienen soll. Die Herausforderung bestand darin, die komplexen Planungsaufgaben von Verkehrssicherheit, Aufenthaltsqualität und Regenwasserbewirtschaftung innerhalb weniger Monate zu bewältigen und gleichzeitig eine nachhaltige Gestaltung sicherzustellen.

Bauliche Maßnahmen

Im Zuge der Baumaßnahmen wurden mehrere Regenabläufe entfernt. Mit einem Sand-Kies-Gemisch und biodiversitätsförderndem Saatgut sorgt das Umwelt- und Naturschutzamt dafür, dass der Boden Wasser versickern lässt. Kleine Senken sammeln bei Starkregen das Oberflächenwasser. Zusätzlich speichern Hartholzstämme Wasser, schützen die junge Bepflanzung und schaffen neue Lebensräume für Insekten, Pilze und Mikroorganismen.

Die Gesamtkosten der Maßnahme betragen rund 500.000 Euro und umfassen das Anlegen von Geh- und Radwegen sowie die Installation von Sportgeräten und Stadtmöbeln.

Fachwissen zum Thema

Regenwasserbewirtschaftung und -rückhaltebecken auf dem Gelände der Atelier Gardens in Berlin, Planung: MVRDV und Hirschmüller Schindele Architekten

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Neben den Schloss-, Volksparks, wissenschaftlich-botanischen und privaten Gärten sind in den letzten Jahren neue Formen entstanden, wie z. B. urban farming, urban gardening, guerilla gardening, Agritecture (im Bild: Vertikaler Garten von Patrick Blanc, Rue d'Aboukir, Paris).

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