Neues Haus für die Herrenhäuser Gärten in Hannover

Rückbaubares, monolithisches Mauerwerk

Die Herrenhäuser Gärten in Hannover gehören zu den bedeutendsten Gartenanlagen Europas und vereinen barocke Gartenkunst mit botanischer Vielfalt. Im Berggarten, einem der vier Teilgärten, der für seine Gewächshäuser und exotischen Pflanzensammlungen bekannt ist, bildet das Berggartenhaus nach Plänen des Büros Hübotter + Stürken + Dimitrova den neuen Auftakt zu dieser traditionsreichen Grünanlage.

Der eingeschossige, pavillonartige Neubau ersetzt eine in die Jahre gekommene Sanitäranlage und ergänzt die Nutzung um einen Raum für Vorträge und Schulungen.
Die Außenwände bestehen aus Gasbetonsteinen, die durch ihr geringes Gewicht, gute Wärmedämmung und hohe Maßgenauigkeit eine präzise und schlanke Bauweise ermöglichen.
Eine stützenlos überspannende Sichtbeton-Kassettendecke prägt den Vortragsraum.

Der eingeschossige, pavillonartige Neubau ersetzt eine in die Jahre gekommene Sanitäranlage und ergänzt die Nutzung um einen Raum für Vorträge und Schulungen. Seine Setzung und Maßstäblichkeit reagieren sensibel auf den denkmalgeschützten Kontext, insbesondere auf die benachbarte Bibliothek von Georg Friedrich Laves. Die Fassaden wurden im charakteristischen Gelbton der Herrenhäuser Gärten verputzt. Der Vortragsraum öffnet sich über raumhohe Fenster an der Nordwestecke zum Außenbereich.

Charakteristisch für den Entwurf ist das monolithische Mauerwerk, das ohne Verbundmaterialien auskommt. Die Außenwände bestehen aus Gasbetonsteinen, die durch ihr geringes Gewicht, gute Wärmedämmung und hohe Maßgenauigkeit eine präzise und schlanke Bauweise ermöglichen. Für thermisch besonders sensible Anschlussbereiche, wie Sockel und Detailausbildungen, wurden thermisch optimierte Kalksandsteine eingesetzt, die Wärmebrücken minimieren und gleichzeitig hohe Maßhaltigkeit gewährleisten. Das Innenmauerwerk besteht ebenfalls aus Kalksandstein, der robust, druckfest und schallisolierend ist. 

Die robuste Materialwahl setzt sich im Inneren fort: Geschliffener Gussasphaltterrazzo bildet einen ruhigen, homogenen Hintergrund, während eine stützenlos überspannende Sichtbeton-Kassettendecke den Vortragsraum prägt. Fenster aus Eichenholz mit außenliegenden Aludeckschalen ergänzen das nachhaltige Gesamtkonzept. Die eingesetzten Materialien sind größtenteils sortenrein rückbau- und recyclebar. So verbindet das Berggartenhaus konstruktive Klarheit und zeitgemäße Bauweise im historischen Kontext.

Entwurf: Hübotter + Stürken + Dimitrova Architektur und Stadtplanung BDA, Hannover

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