Narrativer Sonnenschutz aus Hochdrucklaminat
Perforierte Hülle für das Medical Center Malans
Mit goldfarben schimmernden Fassadenelementen und einer organisch perforierten Gestaltung zeigt das Medical Center Karlihof im schweizerischen Malans, dass Sonnenschutz Geschichten erzählen kann. Der kompakte Neubau des Büros Ritter Schuhmacher Architekten nutzt ein eigens entwickeltes Paneelsystem von Bruag Design Factory, das Tageslicht, Sichtbezüge und klimatischen Komfort in Balance bringt und zugleich die medizinische Identität des Hauses nach außen trägt.
Lichtfilternde Gebäudehülle
Das neue Gesundheitszentrum liegt am südlichen Dorfrand von Malans im Kanton Graubünden. Zwei helle Baukörper werden über ein zentrales Treppenhaus verbunden, dessen verglaste Fassade über einen ungewöhnlichen Sonnenschutz verfügt: Die perforierten Platten aus dem Hochdrucklaminat CELLON übernehmen gleich mehrere Funktionen: Sie dienen als fixer Sonnenschutz, filtern blendendes Licht und schützen die dahinterliegenden Räume vor Einblicken. Gleichzeitig erzeugen sie – je nach Tageszeit – ein wechselndes Spiel aus Schatten und Licht, das dem Erschließungsbereich eine meditative Atmosphäre verleiht.
Bei Dunkelheit wandelt sich der Effekt. Die hinterleuchteten Paneele verwandeln den Fassadenzwischenraum in eine leuchtende Skulptur, die die Adresse des Hauses markiert. Das Perforationsmuster – entwickelt von den Architekt*innen selbst – ist inspiriert von biologischen Gewebestrukturen. Es abstrahiert Muskelfasern und übersetzt damit die medizinische Nutzung des Hauses in ein ornamentales Motiv.
Präzise gefertigte HPL-Paneele
Die Paneele bestehen aus 10 Millimeter starkem HPL-Vollkernmaterial auf Basis von rund 70 Prozent Zellulose und 30 Prozent Phenolharz. Der Werkstoff ist äußerst witterungsbeständig, maßhaltig und nahezu quellfrei. Für den Einsatz an Fassaden ist er nach EN 13501-1 – Klassifizierung von Bauprodukten und Bauarten zu ihrem Brandverhalten - Teil 1 mit B-s1, d0 klassifiziert und erfüllt damit die Anforderungen für schwer entflammbare Baustoffe.
Jedes Element wurde bei Bruag im Laserschnittverfahren individuell hergestellt. Dabei lassen sich selbst feinste Radien und komplexe Muster ohne sichtbare Schnittkanten umsetzen. Nach dem Zuschnitt werden die Platten vollflächig beschichtet, inklusive der perforierten Flanken – ein Detail, das für die homogene, metallisch glänzende Optik entscheidend ist. In Malans kam der Farbton Bruag Alu Brushed Messing zum Einsatz.
Montage mit System
Montiert sind die Fassadenelemente auf einer hinterlüfteten Aluminium-Unterkonstruktion, die thermisch getrennt ausgeführt ist. Die Befestigung erfolgt verdeckt über Bohrbilder, die bereits bei der Fertigung präzise eingearbeitet werden. So lassen sich die Platten schnell und passgenau montieren. Das Fix-/Gleitpunktprinzip gleicht Materialbewegungen durch Temperaturunterschiede aus und beugt Spannungen im Plattenfeld vor.
Mit Rohformaten bis 1500 × 3600 Millimeter können großflächige Screens nahezu fugenlos umgesetzt werden. Da Bruag die Platten projektbezogen vorkonfektioniert, reduzieren sich Verschnitt und Montagezeit erheblich – ein wichtiger Faktor für die Wirtschaftlichkeit solcher individuellen Lösungen.
Innen wie außen
Das Motiv der Fassade setzt sich im Inneren des Hauses fort. Über dem Empfang und in den Fluren sind MDF-Paneele mit derselben Perforationsstruktur installiert. Sie sind rückseitig mit Akustiktextil und Absorberelementen hinterlegt und tragen wesentlich zur Klangqualität der Warte- und Bewegungszonen bei. So entsteht eine ruhige Atmosphäre, die zur Nutzung als Gesundheitszentrum passt.
Die Wiederholung des Musters verleiht dem Gebäude eine klare gestalterische Identität. Gleichzeitig erfüllt sie funktionale Anforderungen an Schallschutz und Raumakustik, ohne zusätzliche Elemente oder Unterdecken zu benötigen.
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