Nachhaltig bauen mit Beton

Planungshilfe des Deutschen Ausschusses für Stahlbeton (DAfStb)

Konkrete Hinweise, wie mit Beton ressourcenschonend und CO2-arm gebaut werden kann, will die Planungshilfe Nachhaltig Bauen mit Beton des Deutschen Ausschusses für Stahlbeton (DAfStb) geben. Sie ist eingebettet in die Roadmap des Fachgremiums, die vorzeichnet, wie die Betonbauweise bis zum Jahr 2045 zur Klimaneutralität geführt werden soll.

Die Planungshilfe, ein 15-seitiges pdf, das von der Website des DAfStb heruntergeladen werden kann (siehe Surftipps), konzentriert sich auf sogenannte „übliche Hochbauten”. Sie wartet dabei nicht mit pauschalen Empfehlungen auf, sondern erläutert die Wechselwirkungen, die bei einzelnen Entscheidungen berücksichtigt werden sollten. Das fängt bei der Wahl des Baustoffs Beton an: Die CO2-intensive Herstellung aufgrund des Bindemittels Zement steht der Haltbarkeit des fertiggestellten Bauwerks gegenüber.

Im Abschnitt Hinweise für die Planung werden unter anderem Ergebnisse des Verbundforschungsvorhabens Nachhaltig Bauen mit Beton des DAfStb miteinbezogen. Darin identifizierte das Forschungsteam die Planung der Geschossdecken als eine der wesentlichen Stellschrauben für die Ökobilanz der gesamten Tragstruktur. Die verbaute Betonmenge hat dabei einen größeren Einfluss als die Festigkeitsklasse des Betons. Liegen alle tragenden Elemente übereinander, lassen sich Beton- und Betonstahlmengen deutlich reduzieren.

Damit lässt sich die Ökobilanz erst einmal verbessern, doch die Planungshilfe rät, den Lebenszyklus des Gebäudes im Auge zu behalten: Je stärker ein Tragwerk optimiert wird, desto weniger statische Reserven sind vorhanden. Dies wirkt sich negativ auf die Flexibilität der Struktur und damit die Möglichkeit, ein Gebäude später umzunutzen, aus. Größere Spannweiten und Tragreserven können also sinnvoll sein, selbst wenn das aufgrund des Aufwands zunächst für eine schlechtere Ökobilanz sorgen sollte.

It's not easy being green: Auch in anderen Zusammenhängen – etwa beim Thema des Thermischen Komforts, des Wärmeschutzes, Brandschutzes und in Bezug auf Recycling und Wiederverwendbarkeit von Betonbauteilen – stellt die Planungshilfe die Notwendigkeit bestimmter grundsätzlicher Überlegungen zum Bauen mit Beton in den Mittelpunkt. Neben dem Kapitel zur Planung sind auch Hinweise zum Baustoff zu finden, die die Bedeutung von Umweltproduktdeklarationen für Beton und ihre Übertragung auf Gebäude erläutern. Darüber hinaus wird die Entwicklung CO2-optimierter Zemente thematisiert und ihre Bedeutung für das Bauen mit Beton erörtert. Abschließend richtet sich der Blick auf die Auswirkungen bestimmter Planungsentscheidungen auf den Bauprozess.
 
Aus dem Inhalt:

  • Allgemeines
  • Hinweise für die Planung: Ressourcenschonung und Klimaschutz, Flächen- und Volumeneffizienz, Flexibilität und Umnutzungsfähigkeit, Thermischer Komfort, Schallschutz und Raumakustik, Wärmeschutz, Brandschutz / Dauerhaftigkeit / Robustheit, Recycling und Wiederverwendbarkeit
  • Hinweise zum Baustoff: Umweltproduktdeklarationen für Beton, Übertragung auf das Gebäude, Hinweise zur Baustoffwahl und Optimierung
  • Auswirkungen von Planungsentscheidungen auf die Bauausführung
  • Zusammenfassung
  • Literatur
Planungshilfe: Deutscher Ausschuss für Stahlbeton (DAfStb), Berlin

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Dem hohen CO2-Ausstoß bei der Produktion des Bindemittels Zement steht die lange Haltbarkeit von Betonkonstruktionen gegenüber (Bild: Zementwerk in Berlin).

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Zement, Wasser und Gesteinskörnungen sind die Ausgangsstoffe für die Herstellung von Beton.

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